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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-04-10 · 15 (10.4.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
15 (10.4.1931)
Date
1931-04-10
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 GKME1NDKBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMBINDE ZU LEIPZIG Nummer 10 Allen Freunden und Bekannten mache ich auf diesem Wege die ergebene Mitteilung, daß die Barmizwah meines Sohnes Leo 3. G. w Sonnabend, den 18. April 1931, vormittags 9 Uhr, in der Synagoge Öhel-Jacob, Pfaffendorfer Straße 4, stattfinden wird. Fr. E. verw. Gildingorin Empfang 12-14 Uhr Fregestraße 31 it. Man 1931 Anciel Wiesel und Eva Marieeben geb, Krämer, Lortzingstrafle 19, einen Sohn „Siegfried". B a r in i z \v a : Sonnabend, 18. April, Hemd Drucker, Sohn des Herrn Siegfried Drucker und der verstorbenen Frau Solie Drucker geb. Alexander. Gohliser Str. 21, in der Gemeindesynagoge. Todesfälle: 24. .Miirz 1931 Moses Sprei, Brühl 11. 24. Miir/. 1ir>l Salo Hugo Fidelmann, Kolonnadenstr. 34. _'(!. März 1931 Alte Reila Lieherinann. I'romenadenstr. "JO. 27. Matz 1931 Max Bucky, Waldstrafle -27. 28. Miirz 1931 Marie Marcus, Asterslraüe 1. 30. März 1931 Olga Samkowy, Gohliser Str. 3. 30. Min 1931 Schande] Laie Bäcker, Gustav-Adolf-Str. 14. 30. Miirz 1931 Henriette Broda, Kantstrafie 80. Neue Bücher Jüdisches Jahrbach für Sachsen und Adressen Ii u c h d e r Gemeindebehörden und Vereine. 1031/32. Aussähe Leiplig. Berlin-Leipzig (Verlag Hanns Löwenstein und Willi Tisch). Das Anwuchsen der jüdischen GroBgemeinden hat Hinrichtungen notwendig gemacht, für die in früheren Zeiten keinerlei Bedürfnis hostand. Wie die Gemeindeblätter erforderlich wurden, um die Mitglieder der grollen und mittleren Gemeinden mit dein Leben innerhalb der Gemeinde enger in verknüpfen, s<> such ist als neueste Erfüllung der Notwendigkeiten Jüdischer GroBgemeinden das „Handbuch" auf dem Plane erschienen; lun&chsi in Berlin, wo seit IBM das „Jüdische Jahrbuch für GroB-Berün" erscheint, und nun. unseres Wissens als iweites In Deutschland, das „Jüdische Jährt'lieh für Sachsen, Ausgabe Leipzig". Als Handbuch für das jüdische Lehen bietet es das gesamte Material filier die Israelitische Religionsgemeinde, ihre Verwaltung, Ausschüsse und Einrichtungen, sowie die ganze Fülle der auf privater Initiative beruhenden jüdischen Arbeit innerhalb der Gemeinde, Wohl besitzen wir in Leipzig seit einer Reihe von Jahren In unserem Gemeinde-Kalender eine Ueborsichl über alle diese Einriehtungn; was uns das vorliegende Jahrbuch bietet, geht jedoch darüber weit hinaus. Indem nicht nur die Einrichtungen selber genannt weiden, sondern neben der Zusammensetzung des Vorstandes auch /weck und Ziel der Einrichtung, zum Teil in erfreulicher Ausführlichkeit, so daB die Angaben eine außerordentlich bequeme Orientierung über alles Wissenswert!' darbieten. Soweit W! haben feststellen können, ist das Material mit auUcrordcntlichor Sorgfalt zusammengestellt: es beruht auf den Angaben, die etwa nach dem Stande \"ii Mitte Januar vorlügen, und darf danach als durchaus zuverlässig ungesehen werden. Neben die statistischen Uebersichtcn buhen die Herausgeber einen kriechen Teil gestellt, um mit dem .lahrbuch ein möglichst lebendiges Bild vom Leben Innerhalb der Gemeinde zu ermöglichen. Kin erster allgemeiner Teil bietet Schilderungen aus Vergangenheit und Gegenwart des jüdischen Lebens in Leipzig. In einet Abhandlung über „Forderung j ü d i a c h e r W issenschaft durch jüdische (Je lehrte in Leipzig" bißt Rabbiner Cohn eine Reihe von Persönlichkeiten mit ihrem jüdisch-wissenschaftlichen Wirken vor- Bbendeheo; es arscheinen: der Orientalist Prof. Julius Fürst, der weltberühmte gelehrte erste Rabbiner der Le ipziger Gemeinde, Adolf Jolliiiek. Salomo Mandelkern, der noch unvergessene Rabbiner l>r. PorgCS, feiner . ine Reihe von Männern, die wohl in ihrer gelehrten Wirksamkeil nur einem kleineren Teile der Gemeinde bekannt sind: Simon Horowits, l>r. Klein. Dr. Bernhard Fischer. Eisig Preimenn, Hermann Bodek, Fabius Mieses, Dr. David Asher, l'rofeasor Israel [ssar Kahn. Baul Lilienthal, Wiesbaden, der eine Reihe von Jahren als Lehrer und Kantor hier tätig gewesen ist. gibt Erinnerungen ..Aus dam jüdi- I c h e n L S i p S i g d e r .1 a Ii r h u n der! w e n d e". Auch hier werden, neben Darstellungen des Gcmcindelcbens, Persönlichkeiten in die Erinnerung zurückgerufen, wie der Rendant Cäsar Graf, der noch allen m lebendiger Erinnerung stellende Syndikus der Gemeinde, Justivat Leb Hiermit gebe ich meine KCl €■ »M*r I ■» t* 9, Erdg. T. (gegenüber dem Neuen Rathaus), Fernsprecher Nr. 15530, erfolgte Niederlassung bekannt. Zahnarzt Rolf Aron Sprechstunden' Tlgttdl 9—1, 3—6, Sonnabend u—1. Diverse Krankenkassen. recht, die früheren Gemeindevorsteher Alexander Werlhauer, Professur Abraham Adler, David Salomen Magnus, ferner der mit besonderer Liebe geschilderte Balomon Jadassohn, sowie als Mitwirkende nn dem von .ladassnhn geleiteten Chor: Gerlrudc Fnerstel, Adrienne Oaborne, Hella Alten und der Organist Prof. Paul llohmcyer. — Ks sprechen dann Ii einziger jüdische Künstler von Ihrem Schaffen: der Mahr und Graphiker Ernst Kaufmann, der Architekt Wilhelm Haller und der Maler A. .1 a s k i e I. — „Die soziale Struk tur der Leipsiger Judenhelt" stellt Gemeinderabbiner Dr. Felix G o 1 d tu a 11 n dar und zeigt, wie sich das Antlitz der Lelpaigei Judenhell im Kriege und in den ersten Nachkriegsjahi'cn gewandelt hat, Und wie die allgemeine rückläufige ltewegung, insbesondere die im Rauchwarenhandeli die Leipziger Judenhelt zur Zeit eine schwere PrO hing durchmachen lullt. - Rabbiner Dr. Ephraim 0 a r 1 e b n c h be handeil das Problem der jüdischen Schule im allgemeinen und würdigt die Bedeutung der hiesigen jüdischen Schule, die im nächsten Jahre ihren SO, Qeburtstag'begohen kann. - - Qemeinderabblner Gustav O oh n stellt die K n t w i e k 1 u ng des Leipziger G e in e i n de blatten dar und gibt einige Einblicke in die Arbeit der Schrill leitung, Kin weiterer Teil befallt sich mit den verschiedenen Richtungen innerhalb der Gemeinde: über den Oentra 1 verein im frei Staate Sachsen schreibt der Versitzende des Landesverbandes im h'reistaate Sachsen. Dr. Felix Goldman n, über jüdischen Liberalismus in Leipzig: Rabbiner Gustav Cohn; Ober die A gu da S J i s r o e I : Dr. med. D z i a 1 o w skl, über den .1 ü d i - dl sehen Jugend ring Leipzig: Hans Oesterreichet Uni Dr. Fritz Grübe! Die Aufsätze sind von den Bildern der drei Gemeinderabbiner, der drei Künstler und der Abbildung je einer Arbeit dieser Künstler begleitet. — Wie uns mitgeteilt wird, hat der Verlag einen Veitrieh des Buches in Leipzig eingerichtet, um auch denen, die noch nicht in seinem Besitze sind, die Möglichkeit zu Schaffen, (lall sie es käuflich erwerben. Das ,„1 ü d i S C h e ,1 u h r b u <• h f ü r Sa c Iis e n , A 11 s g u b 0 L e i p s i g" ist bei Herrn Dr. S. Rabinowits, Weststr, 74, zum Preis, von R.M. 1.80 vorrätig. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben vom Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. Mit liciträgcn von Prof. Dr. lsmar Elbogen, Dr. II. Rudy, Prof. Dr. Franz Oppenheimer. Dr. Alex Hein, Dr. Ernst Loewenberg, Dr. Max Qrunwald, Heinrich Ynrk-Steiner, Dr. Karl Schwarz. '»J. Band Herlin 1081 (Verlag M. Poppelauer). Mit herzlicher Freude begrüßen wir diesen neuen Hund der nun schon recht stattlichen Serie der „Jahrbücher". Sein Krseheinen leg1 Zeugnis ah für den unerschütterlichen Glauben seiner Herausgeber an den geistigen Willen der Juden in Deutschland. Ks kann nur gewünscht werden, du II ein ganz groller Leserkreis um Ii dieses 20. Hundes solch.' Glauben recht fertigt. Die grolle Bereicherung, die die hier vereinigte! Abhandlungen gewähren, wird niemanden die stunden, die er Ihnen wld met, als nutzlose empfinden lassen. Dem Andenken au Ludwig Stein, «hui klugen Denker, widmet J. Klbogen einen würdigen Nachruf, and IL Rudy ein frisches Lebensbild. -- „Zur Weltlage der Judei im SO, Jahrhundert" üuücrt sieh, hierzu berufen wie kaum eil anderer, Franz Oppenheiiner: Die jüdische Krise von heute — «las Ii der grundlegende Salz, den er aufstellt, und unter dem er die Lage Ii Deutschland, Rußland, dem übrigen Europa, den Vereinigten Stuab i Mexiko, (Südamerika, Palästina betrachtet - - ist ein Symptom der Kriv' des Kapitalismus. - Kineo Interessanten Beitrag zur Mendelssohn-Liters tur gibt Alex Hein mit einem Briefwechsel zwischen ..Las sali'' A r n o I d M e n d e I s s o h n u n d .1 o s e p h Monde IS S 0 h n ' (Ji Seph Mendelssohn war der älteste Sohn Moses Mendelssohns, der l'e gründer des Bankhauses; Arnold war dessen Neffe, Sohn von Moses M jüngstem Sohne .Nathan). - Kin Lebensbild von ...I B k o b Loewen borg", «lein vor etwa zwei Jahren verstorbenen deutsch-jüdischen Diel ter, zeichnet liebevoll und gereiht sein Sohn Krnst Loewenberg: dl Bild eines Deutschen und Jaden, der mit jeder Faser seines Hcrzei seine deutsche Heimat und sein Judentum liebte. - Lebensgaug und Eni Wicklung eines anderen Juden, der ebenso heil) sein Vaterland liebte Uli zugleich, der ganzen Welt sichtbar, sich für «las Judentum einsetzt' „Adolphe t! r c III i e u x" erzählt lußerSt lebendig Dr. Max Gnu Wald. Eins Skizze uns dem Leben der Juden unserer Tage, ,.D S Lieht Ter löscht", dem liehen nacherzählt von Heinrich York Steiner, Schildert die starke seelische Verbundenheit der Juden mit dl Väter Brauch, die auch da immer wieder durchbricht, wo Juden glaul tan, ihrer antraten zu können. — Den Abschlug bildet eine Betrachtuni über dio in neuester Zeit erst zur vollen Würdigung kommenden II' Streuungen, die Gegenstände jüdischen Kunstschaffens zu sammeln und zu durchforschen: „Das jüdische Museum — eine Kulluif o r d e r u n g", von Dr. Karl Schwarz. Der mit guten Wiedergaben ausgestattete Aufsatz zeigt vor allem die Entwicklung der jüdische! Kunstsammlung in Berlin, ihre Aufgaben und ihre Möglichkeiten. Schoii die Namen der Autoren bieten (iewiilir für die Gediegenheit der Abhandlungen. Audi Druck und äußere Ausstattung geben dem viel sei t i gen Inhalt uiii anziehendes Cewand. Nochmals wünschen wir dein Buche Eingang in viele Häuser. e..n.

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