Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 52 (26.12.1930)
- Article
- April
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal additional
- OCR quality
- 62% known words query
- IRI
…/4876568-5968776-5969208-5969214--3631-4878020- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
mir auf baS Bebcnfliche biefet Regelung bin. Die v\iraeiitüdie RcliflionSgcmeinbe Blauen unb bic Rabbineroereintgung jchloffcn [ich unfrem Borgeben on. DiejeS Gatte baS Srgeb nis, ^n; bcr 2XV*K in Abänberung (eine* BorfcblageS bic Errichtung einet aus uoci ^nftanjcn beftebenben Dienftftral bebörbe befcblofe: einei biergliebrigcn Difjiplinarfammer unb einen breigliebrigen Difjiplinarbof. 3n Difdiplinarfäücn bie Sebrcr betreffen, luit in erfterem ein Sebret 2iü. unb Stimme. Unterm 1 oiiii 1929 verfügte baS ÜRinifterium, bafj 3enfuren aus einem Religionsunterricht, bet nidu bon ber beeren Schule erteili mirb, in beren Seugniffen nicht auf iiinebmcn ift. Davon mürben aud) bic ijraelitifdjen Meli gionSgemcinben betroffen. Der S3©< beauftragte unfern iioififcenben, $errn Seimann, Blauen, eine bezügliche Sin iiobc an baS SWiniftertum ,;u enttoerfen unb übet ben (Stegenftanb auf bei Sagung am 8. Dezember }u berichten. Sein Referat, in bem er nidu nur bic ßurüdsiebung biefer ^crorbnung, (onbem aud) bic völlige ©leicbfteüung iebeS Religionsunterrichtes mit bem ebangelifchen in fchulrccntlichcr unb finanzieller Beziehung beantragte, fanb einftimmige Billigung. Es mürbe bcfcrjloffen, btefes allen BerbanbS gemeinbeu uigänglidj ju machen, ©leidföeitig mürbe eine Mommiffion cingefefct, beftebenb aus ben Herren Borfteber Jr. ©olbberg, flauen, Rabbiner Ii. ©olbmann, Setpzig< unb Jeimann, flauen, bic unter Hinzuziehung eines Staats« recfjtSlehrers eine Denffdjrifl für beu SRinifterium aus arbeiten foO. Der mach! uns SRitteilung bon bem Antrag ber Deutfchnationalen BolfSpartci auf gefefeliche Anorbnung bcS BetäubungSjmangeS beim Schlachten bon Haustieren im greiftaat Sachfen. Siefer Antrag tauft praftifdj auf ein Scbäditoerbol hinaus. Unfre Berfammlung taute folgenben Befcbluf): „Rad) bem Urteil bcr bebeutenbften BbQfiologen iteiit baS Schächten eine Rumäne Diertötung bar. ^ir er bliden in bem oorermäbnten Antrag eine fchtaere Berlefcung bet uns berfaffungSmäfjig gemährten freien ReligionSauS Übung unb einen Angriff auf unjere fiaatsbürgerlicbc ©leid) bereebtigung." Die Rabbinerüereiniguug regte bei uni bie Bitbung eines gemeinfamen AftionSauSfcbuffeS an, ber bie StaubeS angelegenleiten iu bearbeiten bat. Dieter foO iidi au* je uoci Vertretern bei beiben Bereinigungen lufammenfefeen. Die 2VV„'. luibut biefe Anregung bemfbat auf. 2ie mäbltc als rbre Bertreter bic Herren Jeimann, Blauen, unb 3faff6, Seipjtg. 3u unferm Bertreter im S3E©< mürbe Jeimann, Blauen, unb ui beffen Stellvertreter 3aff6, Seidig. gemäblt. K(S unfre Vertreter in ber \n erriebtenben obenermäbnten Sifziplinarfammet mürben bem Berbanbe borgcfcblagen bic Oerren Jeimann, Blauen, v\iaarf. DreSben, x\atft\ Seipzig, unb Sommerfelb, Qbemnife. v\n ber RacbmittagSfifeung referierten bic Herren ftouegen .inidu'i. DreSben, unb SBercjoerger, öetpjig, übet!hmi bebräifc^en Unterricht. Die Ausführungen beibec ftoKegeu itanbeii auf iebr beaditlidier ."oölie. Det Referent fteQte ^ie augenblidliche Situation bar. 5u letjtcr 3ei( machen üdi Anfäfee jn einer SBefferung bcS 3ntet cffeS am ©ebrätfehen bemerfbar. DiefeS ^ntereffc muffe fo roohl bei eieit Schulern, oJS auch bei ben Sltern gefteigert loerben. Durch gemetnfameS Sufammeuarbeiten bon Schule unb Elternhaus fei Diel m ertoarten. Um ^lK• ^ntereffe bei ben Schülern m ermeden, müffe eine SRethobe angetoanbl loerben, öie bat Srlernen ^ec• $e6raifchen ui einer Qufi mache. Darum berlangt ^el Referent, bafj man mit bcr biS< berigen reinen Sefetehrmethobe breche uni m einet lebenbicen Sprachmethooe übergehe. Schon bon Anfang an tollen ben itinbern fleine 2iiud)en borgefprochen metben, bic Inhalte aul iH'i finMidien Umgebuna luii'bcrgebcn. Ülusiiilintna i>on Befehlen ergänzen ben Sorrfchah. Dal Befen foO an be« fannten Sorten gelehrt koerben. Dal;iiel ^e^- Unterrichts tnufj [ein, J>cn 2riuilci m befähigen, imdi achtjährigem Vefudj iVr ReligionSfchule i^ie lerte bei Chumifch unb bei ©ebete in berftehen. Als Corberettung für ben UebetfehungSuntcr* ridit fchlägt et oor. bem Bdiitlcr auf eine leiriitfanlidk' Seife ettoa 300 bis l'Ki häufig botfommenbe Sorte beizubringen, b. Ii. [olche Sorte, ^io bat (Berippc ^er Sprache aufmachen. An berfchiebenen SBeifpielen jeigte ei ben Seg biefer SRethobe auf, Csin gmeiten teil feinet Ausführungen befprach bei Referent flie in leider;>eit ei)d)ienenen hebtäifchen ^'eltil'iidjeiunb oerlangte, Jinfi baS planlofc Rcbeneinanber aufhören möge. Der Reichsoerbanb foüe eine Äonuniffion jui ©e« arbeitung eines brauchbaren ßehrbucheS füi ReligionSfchulen in ^ie Sege leiten. Daburch müthe bei Utfolg beS Uuterrid)te auficrorbentltch geförherl merben. Der ftorreferent führte folgenbeB auf: Räch bem einleitenden Berfuch, ben Aufbau ber SRethobil bam. ihre Aufgaben miffenfchaftlid) p beftinunen, merben bic Unterrichtsmeifen, ^ie erjieherifchen unb technijchen Be bingungen ^e'^ SheberS bargeftellt. Sir [ehen, bnü im Sheber burch bie faft unbefdjiränfte öernjeit unb ungefchmächte Auf nahmefähigleit beS ftinbeB?ie Duantitäts« unb Ueber fehungSmethobe bebingt ift. AnberS iit baS in ben ReligionS fchulen Scft« unb äUitteleuropaS, mo bie Sernjeit bind) ben profanen Unterricht unb bie Sernfreubigleit unb betmn bie Aiifnahmefähigtell becftinbeS bind) bie frulturatmofphäre beS ©emeinbe< unb Familienlebens ungeheuer ftarf be« tduäntt mürbe unb bod) noch mit ber grammattfattjdj etmaS berjicrten Shebertnethooe unterrichte! toirh. Selbft bet An« länget bei 'Shebetmethobe ntufj ja augeben, bar, bie Duan« titätSmethobe in einer funen 8ett nut einen unberhältuiSmäfiig Heineren Srfolg aufjeigen (ann als in längerer 8eit. Bei einer näheren Unterfiichung ber CrflärungSmeife, bei Sehrftoffoerteilung, be-:< ßehraiels unb bet tatfächlichen Ertollte oei bei berrfchenben UeberfehungSmethobe, inüffen mir ia bie Srfolglofigfeit unh bie Unjuläffigleii bcrfelben untet ben gegebenen Bebingungen feftftellen. Roch ftrenget muf) baS Urteil übet ben lanbläufigen Ofibetunterricht auffallen, mit ieineu geifttötenben Bcottübungen. Alfo auch ohne bie neueren |)öbagogtfchHDiffenfchaftlichen Arbeiten über ben Sprachunterrtcht müfjte man Berfuche gut Berbeffetung bes leiuäitdien Unterrichts machen, tatsächlich ift man aber nichl auf Berfuche angemiefen, fonbern feftftehenbe pabagogifche ©efehe unb (Erfahrungen beS beutfehen unb frembfprachigen Unterrichts, ia erfolgreich eingeführte Sehrbücher unb siiiethoben beo bebräifchen Unterrichts jeigen beftimmte Sege, bie man geben mu%. An $anb ber erfolgreichften neueren Sibel (Auro b'fimcho bon SRanbelbaum) mirb bie Sehrftoffberteilung unb bet Aul bau bet Tvibel füt bie jroei eilten Schuljahre ru'H'iat. Det Qehrftoff foO fprachlich mie inhaltlich bem ^ntereffenfreis bes ftinbeS angepaßt fein, feine Bhantafie anfpredjen unb, feine ©igenarbeil anregenb, bie Aufnahmefähigfeit beS Schülers unterftüten bjto. ganj auSnuhen. Rur btefen Sot betungen entfptcd)cnb foDen neue Begriffe auf Bentateuch unb ©ebete nacheinanbet eingeführt merben. Die ptaftifchen Ratfchläge bejogen [ich neben bei ttrflärungSmeife beS QehrerS auf bie Art ber Befchäfrigung b$to. auf bie Anregung ber Sigenarbeit bet {tinoer. tts merben bie Brinjipien, bie [ich im mobernen beutfehen Ribelunterricht mit jein gutem Erfolg eingebürgert haben, ben im hebtäifchen Unterricht gültigen Aufgaben (religiöje unb litetariidie) entim-edteub i angemanbt. Diefetbe UnterrtchtSort mirb auch füc ben Benta I teudv unb Brophetenunterricht, ja ielbft für ben Unterriehl bei fpäteren balachifchen Bitetatui geforbett, um auf biefem Sege tiou bei innen Unterrichtszeit anfehnliche Crfolge |ti erreichen. 3um Schluf] mürbe noch barauf bingemiefen, biiü mit etmaS gutem StOen unb ArbeitSfreube ieber Sehret bie päbagogifch einjig juläffige Art be» bebräifchen Unterrichts, nämlich bie Sprc^hmethobe, nicht nur einführen müfjte, ioubem andi etnfübren fann. Die [ich anfchliefjenbe anregenbe DiSfuffion gipfelte in folgenbet Refolution: „lei S3(S. erfuchl ben 2?w„ }u betanlaffen, [ich mil ben Bertretern ber anberen Ronfeffionen in Berbinbung )u [ehen, um bei ber Reuorbnung be-:- fächfifchen Sehrplans eine (Erhöhung bet ReligionSftunbenjahl ju erreichen." eintDeif)unq bet neuen 6t)naqoqe in Plauen Am Sonntag, bem <i. i.'U>iii. tinbet bie feierliche Sin meihung bet neuen Spnagoge in Blauen unter grofjet Seiet (ichfeit unb Anteilnahme fämtlichei Behötben (Kitt. 3n bei nächften Rummet merben mit barübet einen ausführlichen Berich! bringen.