Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 43 (24.10.1930)
- Date
- 1930-10-24
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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24. Oktober 1930 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seito 5 uortragszvhius der natianaljiidischen Arnensgememschait Der i. öffentliche Ausspracheabend findet statt: Sonniatf, den 26. Oktober 1910, abends »' 2 Uhr im Saale des Grassi - Museums, Eingang Hospitalstraßc 3 (Straßenbahnlinien: 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 15, 20) Thema: Religiöser Liberalismus Redner : Rabbiner Dr. Ell«, Stettin Für die Diskussion sind vorgemerkt: Zionistische Uereluigung Leipzig Herr Dr. Marcowiez, Herr J. Wcrczbcrger. l1atl0nal|UÜISChe PrüeilSgemeinSChaiUeipzig , _____ - - heidungen der englischen Regierung, durch die lebenswichtige nteressen der zionistischen Bewegung berührt werden, einen außerordentlichen Kongreß einzuberufen, möglicherweise Gebrauch machen. Der Kongreß würde vor allein die Aufgabe haben, zur politischen - tuatlon, wie sie sich aus der englischen Regierungserklärung über ie künftige Politik in Palaltina und dem Bericht Sir Hope Simpson rgeben wird, Stellung zu nehmen. Vor ihrer Wiederwahl durch len Kongreß und ohne Befragung des Kongresses wird die ZioniStiche Exekutive keinesfalls Schritte von entscheidender politischer ledeutong unternehmen. Eil Autrai des Weltverbaades „Schomre Schabbos". Das Präsidium des Weltverbandes für Sabbatschutz „Schomre liabbos" veröffentlicht folgenden „Aufruf an die deutschen Juden": Unter Anteilnahme der verschiedenen Gruppen des Judentums hat der erste Sabbat-Weltkongreß stattgefunden. Der Sabbat hat sich als is Banner erwiesen, um das alle Glieder unserer Gemeinschaft sich t.ü scharen willens sind. Die Tage tiefgehender Aussprache sind vorber, und es gilt nun, ihre Ergebnisse in die Tat umzusetzen. Wir deutschen .luden haben die Ehre gehabt, den ersten Sabbat- 1 Itkongreß vorbereiten und bei uns begrüßen zu dürfen. Wir sind i:: dieser allen Juden heiligen Sache vorangegangen, wir sollten es . 9 eine Auszeichnung betrachten, auch in der kommenden praklisehen Arbeil in vorderster Reihe zu stehen. Die Aufforderung ergeht das gesamte deutsche Judentum, sich mit uns in eine Front für Wiedergewinnung des Sabbat einzureihen. Die Aufgabe ist groß iinl schwer, der Sabbat-Weltkongreß aber hat in uns die Hoffnung weckt, daß. wenn die Judenheit sich geschlossen hinter uns stellt, wir unser Ziel erreichen werden. Wir erwarten, daß alle deutschen Juden, jung und alt, Mann und! rau, welcher Pnrteirichtung immer angehörig, die mit uns von der liedeutuug des Sabbats und der Notwendigkeit seiner Erhaltung auch für die kommenden Generationen überzeugt sind, sich unserem überrteiliehen Weltverbande für Sabbatschutz anschließen und ihren ■ itrag ungesäumt entweder an die bereits bestehenden Ortsgruppen ilrirhten, oder an die Dresdner Bank, De|K>sitenkasse, Berlin C 2, 'iiigstr. 42, bzw. Postschekkonto Berlin 49814 (II. Abramczyk für den Weltverband der Schomre Schabbos) Berlin NW 87, einsenden rden. Der Mitgliedsbeitrag ist auf M. 1.— pro Jahr festgesetzt. (Sako.) Unsere Gemeinde ' i'gp (um jüdischen Liberalismus. I in Hin w e i s. Zu dem am 28. Oktober von der nationaljüdischen Arbeitsgemeiniaft veranstalteten Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Elk (Stettin) »t „Religiöser Liberalismus" geht uns folgendes Schreiben zu: Der jüdische Liberalismus setzt in seiner ideologischen Kundie- >ng die tiefste, innigste Beziehung zum gesamten jüdischen Kultur- 11I Lebenskreis voraus. Kr fordert die Verlehendigung des jüdilien Geistes, wie er sich im Strom der jüdischen Geschichte und ulturentwicklung offenbart. Der Liberalismus will mit der Weiter- Idung dieses Geistes in heutiger Zeit Ernst machen, wobei er an r Stelle anzusetzen bestrebt ist. wo nach seiner Meinung die freie ntwicklung durch selbstgesctzte Fesseln gehemmt worden ist. Kr ill nicht eine Freiheit von etwas, oder vielmehr von vielen oder 11 meisten jüdischen Beziehungen, wie er nieist aufgefaßt wird, indem eine Freiheit z u etwas, und zwar zum Aufbau einer innerich wahren, mit den Forderungen der Vernunft in Einklang befindehen Beziehung dos jüdischen Menschen Dil jüdischem Geist und essen Niederschlag in jüdischer Kultur. Wie dieser Gedanke leider durch zufällige Personalunion mit betimmtea politischen und soziologischen Anschauungen in seinem reinen Gehalt verwässert wurde, warum er nur in bestimmten Schichten Anklang gefunden hat, darüber wollen wir uns am nächsten Sonntag mit Herrn Rabbiner Elk unterhalten, der uns als Sachkundiger mehr und Ausführlicheres über den jüdischen Liberalismus erzählen wird, als dies hier in dem vorliegenden kurzen Hinweis geschehen kann. Wir wollen uns mit ihm darüber aussprechen, was heute als Verwirklichung des jüdischen, liberalen Gedankens angesehen werden kann und was nicht, [eh glaube, daß jeder, dem von jüdischen Dingen nicht nur die politischen Frauen um Herzen liegen, sondern der auch die brennende Kulturfrage des heutigen Judentums erkennt, bei diesem Vortrag erscheinen and ein aufnahmebereites Herz mitbringen sollte. Dr. F.. Markowies. Hauptversammlung des Jüdischen Frauenbundes. Landesverband Mitteldeutschland, in Leipzig am 2*. Oktober. Den Auftakt zu der Winterarbeit der Ortsgruppe Leipzig des Jüdischen Frauenbundes bildet eine Tagung des mitteldeutschen Landesverbandes, die am 28. Okiober stattfindet. Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Referat von Frau Alma Schindler über „L e - benagest a Illing der jüdischen Frau". Das Referat wird einen Bericht über die erste Sommerschule des Jüdischen Frauenbundes, die in Dürkheim stattfand, und die auf einein außerordentlich hohen Niveau stand, geben, ferner einen Bericht über die auf der Gesamtvorstandssitzung angeregten Fragen. Die Tagung selbst beginnt vormittags 10,30 Uhr mit einer Aussprache der Delegierten in den Räumen der „Gesellschaft der Freunde", Ringmoßhnus. und wird nach einer kurzen Mittagspause im Hotel Häufte von 15 Uhr ab fortgesetzt. Mitglieder der Ortsgruppe, die Interesse an den Verhandlungen haben, sind herzlichst aufgefordert, dann teilzunehmen. Salman Schocken und Ministerialdirektor Dr. Hermann Itadt kommen nach Leipzig. Wie wir aus gut unterrichteter Quelle erfahren, findet in Leipzig Mitte November eine große Veranstaltung der Jewish Agency statt, an der die Herren Salman Schocken und Ministerialdirektor Dr. Hermann Badt teilnehmen werden. Diese Nachricht wird in den weiten Kreisen der Leipziger jüdischen Bevölkerung große Genugtuung auslösen, da die genannten Herren in weitesten Kreisen der deutschen Judenheil bekannt sind. Verein ehemaliger Schüler der Höheren Israelitischen Realschule zu Leipiig. Uns geht mit der Bitte um Veröffentlichung folgeiidesSchreiben zu: Von verschiedenen Seiten wurde mir die Verwunderung darüber ausgesprochen, daß ein Verein ehemaliger Schüler der H. I. R. noch nicht besteht, trotzdem die Schule schon mehr als 15 Jahrgänge entlassen hat. Aehnlirhe Vereinigungen bestehen an fast allen höheren Lehranstalten. Ich richte deshalb an alle diejenigen, die diese Schule besucht, und sich, gleich mir. liebe Erinnerungen an sie gewahrt haben, die Aufforderung sich dein im Entstehen begriffenen Verein anzuschließen. Herr Or. rer. pol. B. Dobhriner hatte die Liebenswürdigkeit, die Geschäftsführung zu übernehmen. Ich bitte deshalb alle Interessenten, ihre Adresse dort niederlegen zu wollen und eventuelle Beiträge an ihn zu richten. Der Beitrag ist vorläufig auf drei Mark halbjährlich festgesetzt und soll dazu dienen, die ersten Unkosten zu decken. Zweck des Vereins: Pflege des Gemeinschaftsgefühls und der Geselligkeit und Unterstützung der Schule in ihrem harten Kampf ums Bestehen. Nähere Mitteilung über Einberufung einer Versammlung zur Wahl eines Vorstandes werden auf diesem Wege bekanntgegeben, sobald genügend Meldungen vorliegen. Ich bitte also alle Freunde und ehemalige Angehörige der II. I. R.