Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 31 (1.3.1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 31 zlnische Wissenschaft bei den Jaden and Arabern in hoher Blüte stand. Da ein Abschreiben dos Werkes unmöglich war. lief) Rabbiner Vorhand Seite für Seite photographferen. Eine deutsche Übersetiung des Werkes dürfte in der nächsten Zeit erscheinen. Jüdische Verbände und Gemeinden Ausbau des Jüdischen Friedeasbandes. Heimabende des Jüdischen Fr i eden»hu nd es. Vom Berliner Büro des Jüdischen Friedenshundes erhalten wir folgende Zuschrift: Nachdem der Jüdische Friedensbund Im Laufe des Jahres durch mehrere öffentliche Kundgebungen für den Gedanken der Beteiligung der jüdischen Gemeinschaft an dem Friedenswerk der Religionen weite Kreise gewonnen hat. ist er nunmehr bemüht, die tiefere Kenntnis der Friedensprobleme und der Methoden der Friedensarbeit unter unseren Glaubensgenossen zu verbreiten und sie zur aktiven Förderung dieser Arbeil anzuregen, Dieses Ziel kann nicht mehr durch grofle Versammlungen, sondern nur im Rahmen kleinerer Zusammenkünfte und durch persönliche Aussprache wirksam angestrebt werden. Zur Veranstaltung derartiger Studien- und Diskussionsahende haben, zunächst in Berlin, jüdische Friedensfreunde hilfreiche Hand geboten, indem sie ihre Wohnungen für diesen Zweck zur Verfügung stellten. Aul der anderen Seite haben viele Rabbiner sich bereit erklärt. Heimabende solcher Art durch Ansprachen zu eröffnen. Im Hause des Herrn Bankprokuristen Willy Lovy hielt Herr Rabbiner!>r. Karl Bosenthal einen lehrreichen Vortrag. An der darauffolgenden Diskussion beteiligten sich hauptsächlich Dr. Friti Bamberger und Lehrer .1. Silberberg. Herr Rabbiner Dr. Frei mann vereinigte in seinem Hause zahlreiche Vertreter der konservativen Kreise, die seinen anregenden Ausführungen mit großem Interesse folgten und dann auch selbst das Wort ergriffen. Unter den Anwesenden bemerkte man die Herren Dr. (iumpertz. Moritz Neumark, Michael Herzog. Felix Goldsehmidt, Dr. A. Wittkowski, Jacob Rothstein. In den Rlumen des Herrn Oscar 0. Norden versammelten sich hauptsächlich Mitglieder der U. O. B. B.-Logen. Auf eine einleitende Ansprache des Hausherrn folgten sehr bemerkenswerte Ausführungen des Herrn Rabbiner Dr. Salomonski, die die Beteiligung der Jüdischen Gemeinschaft an der Friedensarbeil nicht nur vom religiösen, sondern i\.ich vom praktischen Standpunkt beleuchteten. Es knüpft'- sich daran eine längere Aussprache, an der sich in erster Linie *ii• - Herren Dr. Josef Hirsch. Amtsgerirhtsrat Dr. Goldschmidt. Handelsrichter Sally Kirschstein, Dir. K. 14. Baer, Bruno Kantorowicz, Martin Brun beteiligten. Einen besonderen Charakter trug der von Herrn und Frau Dr. M a \ Ginsberg veranstaltete Teeabend, dem zahlreiche Damen und Herren beiwohnten. Die Einleitung bildete ein musikalischer Teil, in dessen Rahmen der Violinvirtuose Alfred Wittenberg, Krau Professor Sachs und Ohcrkanlor Fried mann Ausgezeichnetes boten. Herr Dr. Ginsberg eröffnete die Reihe der Ansprachen. Im Mittelpunkt stand der aufschlußreiche, durch persönlich" Erinnerungen belebte Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Warschauer. Gehaltvolle Worte richtete an die Anwesenden der erste Vorsitzende des Jüdischen Friedensbundes, Direktor Oscar Wasser m s n n. Lieber die Ziele und Wege der jüdischen Friedensbewegung sprach Dr. Alfred Nossig. Vorsitzender des Arbeitsausschüsse!, des .1. F. In der Diskussion, die rieh bis in die späten Atiendstunden hinzog, kamen u. a. zum Wort Rabbiner Dr. Lowenstamm, R.-A. Heinrich INGER Nähmaschinen in altbewährten Cot« ♦ Weitestgehende ZahtXingserleich.terunQen Mäßige Monataraton SINGER NAHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Slnfv LOdvn ObmraU Stern, J.-R. M. Plaezek, Kammergerichtsrat Naumann, Dr. Josef Hirsch, R.-A. Dr. .1. Blumenthal. Der Abend schloß mit einer Rezitation von Frl. Hans 1 Borehardt Durch die vielseitige Beleuchtung der Friedensprohleme, die Ungezwungenheit der Aussprache und die Kraft des Friedenswillens, den die meisten Redner bekundeten, haben die Heimabende der jüdischen Friedensbewegung einen neuen Impuls verliehen und ihr viele wertvolle Freunde zugeführt. Ks ist zu erwarten, daß Veranstaltungen solcher Art auch in anderen Zentren eingeführt werden. Bildung eines P r o p a g a n d a - A u s s o h u s s e s. — Vortrag von Dr. Martin B ab er in d e r Frankfurter Ortsgruppe. — Das Hamburger Initiativkomitee. — Förderung der Friedensbewegung durch die (ie mein den und die U.O. B.B.-Logen. Um seinen Aufgaben im Bereiche der Ideenpropaganda in umfassenderer Weise nachkommen zu können, hat der Jüdische Friedensbund einen P r o pa g a n d a - A u s sc h u ß ins Leben gerufen, zu dessen 1. Vorsitzenden Herr Dr. Josef Hirsch, langgjähriger Vorsitzender des Verbandes Berliner Logen, gewählt wurde. Der neue Ausschuß umfaßt Vertreter der anderen Organe des J. F., insbesondere des Frauen-Ausschusses unter Führung von Frau Dr. Eschelbacher, sowie eine Reihe von Persönlichkeiten, die sieh bereit erklärt haben, in diesem Rahmen für die Ziele des Friedensbundes zu wirken, so die Herren Rabb. Dr. Salomonski. Rabb. Dr. Karl Bosenthal, Rabb. Dr. Prinz, führende Männer der BB.-Logen, wie Oscar 0. Norden, Adolf Schoyer, San.-Rat Dr. Alfred (ioldschinidt, Dir. Karl M. Raer, ferner Architekt Rudolf Kraus u. a. In seinen ersten Sitzungen befaßte sich der Propagandaausschuß besonders mit der Frage der Vorbereitung von Veröffentlichungen für die Erwachsenen und für die Jugend, da der Mangel einer jüdischen Friedensliteratur stark empfunden wird; ferner mit dem Problem der Erfassung und Organisierung der jüdischen Massen für das Friedenswerk. Auch im Reich macht die jüdische Friedensbewegung trotz der heißen Jahreszeit erfreuliche Fortschritte. Die Frankfurter Ortsgruppe hat unter der Leitung ihres Vorsitzenden Dr. Martin Buber einen stark besuchten Ausspracheabend veranstaltet, den Dr. Buber mit einem Vortrag über das Thema einleitete: „\V e s h a 1 b brauchen wir einen jüdischen F r i e d e n s b u n d V" Für die Fühlungnahme mit den religiösen F'ricdensbünden der anderen Bekenntnisse hat die Frankfurter Ortsgruppe einen besonderen Ausschuß eingesetzt. Innerhalb des Vorstandes wurden die Ämter folgendermaßen verteilt: Stell vertretende Vorsitzende: Frau Paula Nassauer und Dr. Eduard Strauß; Schriftführerin: Frl.Kdith Falk; Schatzmeister: Rabb. Dr. C. Seligmann. Für den Herbst bereitet die Frankfurter Ortsgruppe Kundgebungen und Veröffentlichungen vor, die ihre besondere Auffassung von den Aufgaben der jüdischen Gemeinschaft im Friedens- Dereiche zum Ausdruck bringen werden. Das Hamburger Initiativkomitee wählte anläßlich seiner definitiven Konstituierung zum 1. Vorsitzenden Herrn Jactp Meyer, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herrn R.-A. Dr. Eichholz. Das Schriftführeramt hat F'rau Dr. Taitza übernommen. Herr Jacques Meyer hat eine rege Tätigkeit sowohl im intern-jüdischen Bereiche, als auch zwecks Aufnahme von Beziehungen zu den anderen religiösen Friedensgruppen eröffnet. Das wachsende Interesse, welche der jüdischen Friedensbewegung entgegeubracht wird, hat sich auch darin bekundet, daß neuerdings wieder eine Reihe von B.B.-Logen, Schwesternvereinigungen uu.l Israelitischen Frauenvereineu verschiedener Art dem Jüdischen Friedensbund beigetreten sind. Ebenso hat sich die Zahl der dem .1. F. angeschlossenen Gemeinden erheblieh vermehrt. Die Jüdische Gemeinde Berlin hat die dem Jüdischen Friedensbund bewilligte Subvention in Anerkennung seiner gemeinnützigen Wirksamkeit für das laufende Jahr erhöht. Unsere Gemeinde Zur Aufklärung! Nach uns zugegangenen Mitteilungen herrscht eine gewisse Beunruhigung über die Ankündigung einer öffentlichen Vorführung des nationalsozialistischen Filmes „Unser Parteitag Plauen 1930" im ..Königspavillon'- für den (i. Juli 1980. Nach den von uns angestellten Ermittlungen sind wir ermächtigt, folgendes bekanntzugeben: Während der Inhaber des U.-T.-Lichtspielhauses „Königspavillon", Herr Künzel, verreist war, hat sein Geschäftsführer, ohne sich etwas dabei