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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-06-27 · 26 (27.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
26 (27.6.1930)
Date
1930-06-27
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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27, .luni l!>:i() QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RKLIGIONSGKMKINDE ZU LEIPZIG Seile ."> 1!). August hat die Schaltung eines Organismus beschlossen, In welchem sich die Initiative der sephardischen jüdischen Massen konzen- Iriert. Oer Vorsitzende verlas dann ein ßegrüßungstelegramm an König Alexander I. von Jugoslavien. Oberrabbiner Dr. Ovadia (Paris) rührte aus, die Organisation der sephardischen Juden solle sich auch an «lein allgemeinen jüdischen Vufbauwerke beteiligen. Nach Verlesung von Begrüßungen Beltens der zionistischen Exekutive Palfistinas, des Keren llajessod, der „Union Espagnolo" aus Wien und /.ahlreicher auswfirtiger sephar discher Organisationen wurden die (olgenden Referate erstattet: M. I). Picciotto: „Die Lage der Sephardim in Palfistina"; Großrabbiner von Jugoslavien l>r. Isaac A Ica 1 a y : „Die materielle, soziale und kulturelle Lage der Sphardlm (mit statistischen Belegen über <lie ökonomische Lage verschiedener sephardischer Gemeinden"; Da vid Pyjade : „Die Arbeit der Sephardim in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft"; Frau Mosa Soka Josif: „Zionismus und Jewish Agency"; Frau Jelena de Majo: „Die sephardische Frau"; Benjamin Pinto: „Die sephardische Jugend"; Dr. Rafael Margulis: ..('her Maßnahmen zur Stftrkung der gegenseitigen Beziehungen /.wischen den Balkan-Sephardlm und den Sephardim aus anderen Ländern". Das Referal des Großrabbiners Dr. Alcalay zeichnete sich durch eine tiefe Kenntnis der Lage der verschiedenen Gemeinschaften der Sephardim aus und fand \iel Beifall. Picciottos Ausführungen über eine angebliche Zurücksetzung des sephardischen Elementes innerhalb des Palfistinawerkes erregten Widerspruch. Mehrere Redner Fülirtcn daraufhin unter yroüein Beifall der Konterens aus: Sephardim und Aschkenasini sind ein Körper und eine Seele. Teile einer einzigen jüdischen Nation. Ks besteht aber die dringende Notwendig keit, die sephardischen Massen für allgemein jüdische Ziele zu erziehen. Separatistische Tendenzen sind zu verurteilen. Konflikte mit den Aschkenasini und der Zionistischen Exekutive müssen vermieden werden. Die sephardische Konföderation nahm hierauf einhellig die folgende Resolution an: a) Diese Konferenz betrachtet sich als eine Fortsetzung des 1925 in Wien abgehaltenen Weltkongresses der Sephardim. Iii Ihr Zicd ist die Organisierung aller Sephardim. c) In Belgrad wird ein permanenter Ausschuß geschaffen, dem Repräsentanten aus allen vertretenen Ländern angehören. d) Aufgabe dieses Ausschusses ist die Vorbereitung und Einberufung des zweiten Weltkongresses der Sephardim. e) Seine fernere Aufgabe ir-l die Arbeil für die soziale, ökonomische und kulturelle Hebung der sephardischen Massen, sowie die Zusammenarbeit mit der Jewish Agency und allen anderen nationalen Organisationen hei dem Aufbau Palästinas. Der griechische Delegierte David Florentin brachte eine scharfe Protestresolution gegen die Suspendierung der Einwanderung nach Palästina ein. jn der diese Maßnahme als eine Verletzung der ßalfour-Deklaration durch Großbritannien bezeichnet wird. Als einige Delegierte glaubten, die Verantwortung für diese scharfe Resolution nicht übernehmen zu können, erhob sich der Großrabbiner von Jugoslavien, Dr. Isaac Alkalav und trat in eindrucksvollen Ausführungen für die Annahme der Resolution ein. Daraufhin wurde diese unter starkem Beifall einhellig zum Beschluß erhoben. Unter begeistertem Absingen der Hatikwah ging die Konterens auseinander. .1 licl'-clo' krcdilhilfc in Wien. Hin der Not des jüdischen Kleinbürgertums zu steuern, besteht in Wien eine Kreditkasse für Kleingewerbe und Kleinhandel, die kurz, nach dem Kriege von dem American Joint Distribution Comittee gegründet worden ist und auch heute noch weitgehend von dieser Organisation unterstützt w ird. Die Kasse, die lange Zeil von Privatmitteln <iu Verbindung mit dem Joint) gespeist wurde, wird nun auch von der jüdischen Kultusgemeinde Wien mitgetragen. Sie verfügt heute Uber l'iiiT Genossenschafter mit voll eingezahlten III-' Genossen schattsanteilen im Gesamtbetrage von II W'i Schilling, sie war im Jahre 1829 in der Laue. 721 Darlehen mit einer Gesamtsumme von ::i 17 ■">:!•! Schilling zur Auszahlung zu bringen. Die Hohe der Einzeldarlehen betrug in 82% der Kalle 500 Schilline. in 7.•">",, der Fülle unter 500 Schilling und in 10,5% der Kalle zwischen 500 und 1000 Schilling. Die Gesamtsumme der Rückzahlungen der Darlehensnehmer betrug 864 000 Schilling. Der Darlehensstand mit Jahresende beziffert sich auf 193 000 Schilling. Von den gewährten Darlehen entfallen 500 (70,3%) auf Kleinhändler. 132 (18,8%) auf Handwerker. Viii (9,1%) auf Kleiniudustrie und 17 (23%) auf Angehörige Ireier Berufe. Der im Verlaufe der Jahre geschaffene Reservefonds erreichte die Hohe von 33 714,85 Schilling, ist jedoch zur Deckung uneinbringlicher Forderungen nicht herangezogen worden, weil die Kreditkasse keine Verluste erlitten hat. (Jüd. Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik.) Jüdische Musiker auf dem Tonkiinstlerfest de- Allgemeinen Dem wehen Musikvereins. Auf dem 00. Tonkünstlerfesl des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, von Hermann Scherchen geleitet, von der Stadt Königsberg, der Königsberger Opern-G. in, b, II. und der Ostmarken-Kundfunk-A. iL mitveranstaltet, wurden drei lohende jüdische Komponisten durch repräsentative Aufführung ihrer Kompositionen festlich gefeiert. Gleich im erslen Orchesterkonzert, das im Krone-Saal der Stadthalle stattfand (dem größten Konzertsaal Königsbergs), dirigierte Scheichen die erste Symphonie op. 12 voii Nikolai Lopatnikoff. Ks handelt sich um ein dreisätziges Werk moderner und östlicher struktur. Lopatnikofl ist in Reval geboren, studierte erst in Petersburg, dann in Deutschland (bei Ernst 'loch und Willy Rehberg). Seil 1927 lebl er in Berlin. Unter seinen Werken, die auf den internationalen TonkünBtlerfesten aufgeführt zu werden pflegen, gibt es noch ein Klavierkonzert. Werke für mechanisches Klavier. Kammermusik usw. Die zweite Opemfestaufführung bestand in der Weltpremiere des Operncapriccios ..Der Fficher" von Ernst l och. Das stück spielt im modernen China und handelt von der Invasion europäischer Zivilisation in clas noch voii konventionellem (ieisl erfüllte chinesische Privatleben. Dieser Konflikt wird in Form einer Satire dargestellt. Die Musik benutzt orientalische Motive und verwendet Jazzmusik. Toch wurde 1887 in Wien geboren. Da seine Familie seine musikalische Begabung nicht unterstützte, mußte er die einschlägigen Kenntnisse autodidaktisch erwerben. Außer dem „Fficher" gib es noch zwei Opernmusiken von ihm: „Die Prinzessin auf der Erbse" und „Egon und Emilie". Zur Zeit arbeitel loch an der neuesten Theatermusik für „Habimah". Dann gibt es noch eine größere Anzahl kammermusikalischer Kompositionen sowie Werke für Orchester und ein K lavierkonzert. Im Schlußkonzerl brachte der Geiger Stefan Frenkel sein eigenes Violinkonzert zur Erstaufführung. Das Werk trägl die Merkmale neuerer Konzertforinen und ist in seiner Thematik deutlich jüdisch und slawisch bestimmt. Stefan Frankels Geburtsstadl i>l Warschau. Er ist Schüler von Moritz. Frenkel, Adolf Dusch und Carl l'lesch (Violine) und Koinposiiionsschüler von Friedrich I'".. Koch. Frankels Wohnsitz ist zwar Berlin, jedoch war er drei Jahre erster Konzertmeister am Dresdner Philharmonischen Orchester und im letzten Jahre Gastkonzertmeister an Srherchens Königsberger Rundfunk-Orchester. Frenkel isl heule 28 Jahre all. laue große Anzahl von Geigenwerken moderner Autoren wurden ihm gewidmet. Außer /■'renket et es noch das Berliner Streichquartett (die Herren Ortenberg, ßlumberg, Feinland, Novogrudsky Bind jüdischer Abkunft), das auf dem Fest eine bevorzugte interpretatorische Rolle spielte. Das Quartett hat sich in ih n letzten Jahren durch die Aufführung moderner Kammermusikwerke auch außerhalb Deutschlands und Berlins einen Namen gemacht. kühle elektrisch es ist wichtig durch Kelvinator das ist richtig Kelvinator Kelvinator Elektro• Kühlanlagen A.-C, Leipzig Ausstellungsräume Dittriehring tS.Thüginahaus Vertretung: Max Petruschka, Leipzig N 22, Landsberger Straße 86, Fernsprecher Nr. 23220

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