Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 8 (21.2.1930)
- Date
- 1930-02-21
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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Nummer s PHÖNIX Lebensversicherungs- Gesellschaft Subdtrektion Leipzig N 22, Springerstrane 34 / Telephon 570 39, Leipzig N 22, Pölitzstr. 6 / Telephon 5 04 56 und Leipzig C 1. Humboldtstrane 21 / Telephon 252 47 MUrocIil-OrtSitruppo-Lelpxl!;. I nserc seil .—.-x-s rat? allwöohcntlioh am Freitag Abend um '/,8 I Iir in der Jüdischen Lesehalle, Keilstr. 4 II stattfindenden weisen dauernd einen starken Bestich auf. Gelernt « ird regelmäßig tiasn raru sowie der dazu gehörige wm. Anschließend daran findet ein Vortragszyklus über rmavn iwumi www. Auch wird jeden l> nnerstag um 1 Ji Uhr abends von Herrn Melamed ein sie; x-r: H33 gegeben. Zu <ilnu<-n DTE'»' isl uns jedermann herz, lieh \\illl<.....nien. 1. A.i J. B. Sachs, David Kesten bäum. Verein Misehnsjoth. Wir werden geboten, darauf hinzuweisen, dafl allwöchentlich Freitag abend IO.J0 Uhr in Lokal des Vereins Mischnajoth. Humboldtstr. 84, Chumesch mit Raschi vorgelernt wird, Referent der ehemalige Rosch Jeschiwa, Herr Rabbiner Qinsberg. Her gelstreiche Vortrag des Dozenten 180t ilifs<> Abende zu einem Oneg Bchabbos werden. Kniiiii Meir iinl hanes-BUchsen. Die furchtbaren Progrome, die kürzlich in Palästina stattgefunden haben, sind noch in aller Brinnerung. Durch diese wurden Hunderte Ton Kamillen ganslich zugrunde gerichtet, unzählige der zurückgebliebenen Witwen und Waisen verkommen vor Hunger. Bin derartiges Elend hat >las Land noch nie gesehen. Dabei Kind wir gar nlchl in der Lage, den tausendsten Teil der dort herrteilenden Noi zu schildern. Noch heute befinden sich sehr viele in Lebensgefahr und Todesangst. Das geflossene Blul unserer hingeschlachteten Brüder und Schwestern schreit zu such vom heiligen Boden, üvih euch an um Erbarmen mit ihren zurückgebliebenen, unglücklichen Familien. Der AusschuB für 'Ii'- Rabbi-Metr-bal-hanes-Sammlung richte! an alle diejenigen Damen und Herren, die noch keine Büchse besitzen. 'ii<- sehr höfliche Bitte, solche annehmen zu wollen und nach Möglichkeit zu spenden. Die Büchsen werden alle - 1 Monate geleert. In keluenr Hause darf diese Büchse fehlen. Wir hoffen, dafl wir keine Fehlbitte getan haben, und «lall der uns Juden beigelegte Ehrentitel ijj sieb auch diesmal bewahren wird, Bpenden nehmen entgegen die Herren Rabbiner Dr. l'arlebach, Rabbiner Dr. Goldmann, Rabbiner G, Cohn und Dr. Cohn, sämtliche Bpenden werden veröffentlicht. Büchsen werden auf Vor langen vom Vorstand frei Haus augestellt. Der Vorstand des Knlel hibath Jeruscholajim Jacob Fried, Liviastr. ."i M. Blum, Gerberstr. M. Verein Ahawai Thon (Talnad Thera) BS, V. Spendensus weis: Zur Geschiftseröffnung der Firm« Btraua, Gssiraghi \ *'«. gratulieren It. Kugler u. Frau .v N. N. 10, s. BOssmsnn anl, Vormfthlung s. Tochter 1"- N. N. 10, Bteinberg S, Frau HIndelmann "u. v. N. Jos, Halpem j. BOchsenauswels Frau Wind MO, Messingrsu I L, Bernstein ."."ti. Spendet bei Jedei Gelegenhell für unsere Talmud Thors. Post* M'heckkonte .'i1h36. Die Leer u n g 'I e r n e u e n It ü < h ■ e n begI n n i Auf a n g M ä r z. Theater ..Tiuii" im Leipziger Bchauspielhaua, Die Aufführung von Gins Kaus „Toni" im Bchauspielhaua, war ein schöner Erfolg, Die kleine wilde qurrrlige Toni ist "Iiiinteressant gezeichnete Gestalt eines Mäd rhens im gefahrlichen Pubertlitsaitiu-. Kimweiifremde, brave, aber ■bcschrSnkte Mutter kann dem Madchen in der schweren Seit innerer Zerrissenhell ebensowenig sein wie ihn ganz anders gearteten Bchulgefihrtinnen und ihre „Pauker". Ihn Eerfahrenheit, Ihn fast männliche eigentümliche Hingeaogenheil zu einem Helden w ie Napoleon, anderseits ihre wilde Behnsuchl nach Klarheil über das tolle Trieb leben in ihr, »II das lösl sich in der andichtigen Hingabe zu dem Manne, der sie zum ersten Maie nimmt. Allerdings verlangt sie von Ihm dieselbe restlose Hingabe, und als sie in ihrer Unnife nicht stnsfeht, daß ein IfJahriges Geschöpf nicht der einzige Lebensinhall eines reifen Mannes ssln kann, verwsndclt sich ihre Liebe in ra che hei sehenden HaU. Nachdem sie einen ihr fa-i hörigen Bpielgeflhrten zu einen Anschlag gegen den Geliebten aufgestachelt bat, und der sonst nnftnütige Barsche sich sogar zu einen BchuB hinreißen läßt der beruhigenderweise fehl geht erkennt plötaUcfa «las wilde Ding seine Macht und gibt sich zufrieden. Alles endet in Butter, Inden Toni den geliebten Studenten in Kühe ziehen liißt. Versidierun^en aller Art Sie^mund Cohn F.lsterstraße 24 — Fernsprecher 159 66 PURA Fernruf 86* SS u. SSO 87 Plllnlanl Wlttonbargsr Str. reinigt u. färbt schnell u. preiswert Teppiche, Portieren Herrenu. Damengarderobe Koiienfreie Abholung und WtcderzuMellunn SS / SalsgSncHen 8, Fernruf 14474 Jeder war auf wdtigu Beh!eflerei gefaßt, und obwohl unerwartet, nahm mau wegen der nervenheruhigenden L'.lxung den llliarraschenden , tuas llberganglosen Schluß nicht lll>el. Besonders bemerkenswert war die Hauptdaratellerin Toni. Hilde Jarry; Hans Höhnt, als so Heißgeliebter, fand auch viel Anklang, such die anderen Darsteller gaben ihren Bollen ihr Itestes. F.* isi schon viel Ober Pubcrtütsalter geschrieben und geredel wor den das Drama brachte Neues und ITcherraschendes und fesselte des halb bis zum Schluß. K. P. Neue» Operettentheater. Lekir, nDas Land des Lieheina". i>as Textbuch charakterisier) I.ohars neueste Schöpfung als „romantische" Operette, Der Thealer zettei: „Große" Operette, Oanz HuBerlich tritt dadurch in Brscheinung, daß Libretti«! und Komponist über das „BloB-Operettenhafte" hinaus streben. Die Handlung verfolg! einen ernsten dramatischen Vorwurf: kann ih r starke Wunsch nach einem innigen Bande diu Zwang gesell Kchaftlicher und familiärer Tradition und das ticfiilii der I leimst», sehnsucht überwinden! Bei aller Neigung zum Operettenhaften ist dennoch die Kennzeichnung als Operette gerechtfertigt; leicht wickeln sich die Vorgänge ab, und nur im letzten Akt verknoten sieh die Dinge und linden eine dramatisch nicht gerade tief begründete Losung; der hochgestellte Chinese gibt seine Wiener Frau frei. Er ist ja ein Kind aus d.111 Lande des Lüchelns. dessen Forderung lautet: Lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen. LehAr zeigt sich auch sonst geneigt, den Kabinen der Operette zu sprengen. Iiier biete) ihm der Stoff reiche Gelegenheit. Ihn reizte jedoch noch eine andere Aufgabe: dem Seelenleben eines lernen Volkes tönenden Ausdruck zu geben. Diese neueste Schöpfung verrät ungewöhnliche Fähigkeit xur Einfühlung in fremde Kultur und bewährt dabei erneut alle die Vorzüge seiner früheren Werke: eine packende, fortreißende, einschmeichelnde Musik. Unterstützt w ird die Wiedergabe durch eine vortreffliche Darstellung in musikalischer und schauspielerischer Hinsicht. Ausgezeichnet war das Zusammenspiel und bemerkenswert waren die Kinzelleistungen. Trade Kollin (als (lasll bewies gleichen CharlUe des Wesens und der Stimme und zeigte sich ebenso stark in den Momenten liebenden Seh nens wie in der Erschütterung ihrer Liebe und dem Sehnen in die Heimat. Hermann Wolder gelang die Wiedergabe des Exotischen auf deutschem Boden; weniger überzeugend war er in seiner Heimat. Doch hier wie dort gesanglich besonders glänzend: das Lied ..Dein ist mein ganzes Herz" mußte er mehrfach wiederholen. Als entzückende Gegenspieler fluiden Hanns Po lach er und l.issi Na t zier stürmischen Beifall. Der fesche Oberleutnant und die chinesische Bsckfisch-Prin- Zessin brachten ein Tansduet) ...Meine Lieh,', deine Liebe" so reizend, dafl si.. ..s, faul bis zur ..Ermüdung", wiederholen mußten. Von den an deren Darstellern verdienen noch Roland Miller als starrsinniger Wächter über die Pamilientradition und Arthur Klaproth (zugleich (Spielleiter) als Obereunuch genannt zu werden. Alles in allem: Auf allen Seiten ein roller Erfolg. sv. Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Religktnsgeneinde zu Leipzig. Verantwortlich für die Schriftleituiig: Gemeinderabbiner Cohn. VnrleM ..l>rei Linden". Wir bringen unserem geschätzten Leserkreis in Erinnerung, dafl im Variete Drei Linden jeden 1. und jeden III. des Monats ein neues Programm gezeigt wird. Am Sonntag, dem Ki. Februar war somit wieder Premieretag in Lindenau. Zu sehen gibt cs wieder eine Auslese internationaler Varietenunnern von Klasse. It,- rondera hervorheben wollen wir das Hausballett der „Plaza", Berliu das große Busterda-Ballett, bestehend aus III Damen und I Herrn. weiches in Berlin durch seine Leistungen und Aufnachung einen aufsehenerregenden Erfolg errungen hat. Herrn Golenan mit seinem Dressur Potpourri geht ein guter Ituf voraus. Golenan gastierte in der ..Seala". Berlin, mit durchschlagendem Erfolg, Besonders seine Dressurvorführuni von gezähnten Füchsen w urde begeistert vom Publikun und Fresse auf genommen. Sylvio \ Otar, der Maler und die Sängerin, eine lustige Angelegenheit, die Zwillingsbrüder Neunann in ihrer Szene ..Die Schul, ist aus". Heros, der Meister aller Kraftjongleure, Carlos Arnes, der lierühnte Harfen- und Pianovirtuoae vom Coliseum, London, und schließ lieh ehester Dieck, in seinem originellen Indianer-Radfahr-Sensationsakt vervollständigen das gut zusammengestellte Programm der I. Februar Hälfte in den ..Drei Linden". Auf Wunsch der Direktion heben wir nochmals die Eintrittspreise hervor: Zu den Nachnittagsvorstellungen, in denen das ungekürzte Abendprogramm geaeigl wird. SO Pfennige bis 1 Mark, die Abendpreise bewegen sich zwischen M. I bis M. . Auch das gut organisierte Pausen Büffel s.,11 nicht vergessen werden, wo Kaffee mit Kuchen für .*!ti Pfennige, ein belegtes Brötchen für 211 Pfennige und I Glas Bier für LT, Pfennige, einschließlich He dienung verabreicht wird.