Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 53 (31.12.1926)
- Date
- 1926-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 8 GEMEINDERL ATT DER ISRAELITISCHEN REtiaiONSGBUMNDE, LEIPZIG 2. Jtbrftig reinigt und färbt schnell und preiswert Tepf>!che, Portieren Telephon Nr 24333 Harranu. Damengard. 12137 Nicbtte Filiale: Salig&fiohen Mr. 6 | Beachtet unsere Inserenten! '.«•j« a» v i-unw - sK;.Ta" Hermann horrmrnn sse% r I A s j 5» 6 y Original-Charleston und alle anderen modernen Tanze lehrt BsKcnmelster WlHy Mark. Für meinen Ende Jantia; beginnenden 2.Anfänger- Zirkel im i I o i c: 1 H a u f f c werden jetzt schon Anmeldung n von j ü d is c h e n Damen und Herren besserer Kreise entgegengenommen. Einzelunterricht Ehepaar-Zirkel Einstudierung von Tänzen für Pestlichkelten Näheres Humboldtstraße 26, i Telephon 2G?72. S <Lf*rax*MJWLm*m^r ^:^.o^3afc^rxv:j*s^c*^aejofj <läÄ Prompt u. vorzüglich f»Sin Tel.25201 STempeL ALBERT OTTO LEiPZIG.Plauenschestr.2 eHilll'Hii altein bcm S(nbrana,e beis SßubltfUmS nid)t me()r genügen unb niufete fitf) etft einen, bann jwei, brei unb fo fort immer mefjr ©ehilfrn nelnnen in bem äRajjje, wie fein ©efebäft wuchs. Iis bnuei'.e gar j nid)t lange, fo war auS bcm armen SOtofro ein wohlhabeuber, unb ' ei bnuerte wieber nict)t lange, ,o war auS biciem ber reirijfte Wann | ber Stabt geworben, ber grofee Slnirenhäufer, mit alten (Srgeugniffen aus ntter £>erren öänber gefällt, fei« eilten nannte, ein gangeS .s>eer oon Ungeteilten befdjäftigte unb viele Ehrenämter belleibete. — Hber, aber — je mehr er erreichte, befio härter Würbe fein ßerj. WS es ihm in feiner fieimat fcbtcdjt ging, teilte er mit jebem ©ettlfr^ieiu ©rot; als er anfing, Weib jn erwerben, gab er ichon ' oorftchtiger: unb jent — jent tannte er baS IBohltun aar nicht j mehr. — So waren einige Sabre oergangen, ba (am und) einmal ein wanbember $anbcl8tnann in WofeS' Heimat unb ,^u Csafob. Xiefem erzählte er oon bem reichen $anbe(8fjerrn in ber gro|en Stobt. aber 3>alob ben Hainen bes deichen erfuhr, rtfdjraf er fehr, beim er mußte plöfclldj an feinen ©ruber benfen, 00U bem er fett feinem Fortgänge nidjtfl mehr gehört hatte, unb um ben er fdjon mandje Iräne geweint Latte, ba er ihn tot glaubte. Älv aber bie ©efebreibung bes reidjen Kaufmanns, bie ihm ber $aufieret modjte, | 3ug um;^ua. auf bie Sßerfon feine-? ©ruberS überernftimmte, mncl)fe j er fich auf ben Sß?ctr mich ber §auptftabt, um fich mit eignen Lütgen »on bem ©lüd feince- ©tuberS }u überzeugen. So fam et in ber Stabt an. 3n jeber grölten Strane fanb er j^irmenfdjUber, bie ben SRamen ieines ©ruberS fährten, unb ba er nicht wuf.te, um er ihn finben mürbe, trat er aufs ©eratewobl in ein grofjeS Xuchacfc'iäft, über welchem in golbenen ßettem gleichfalls feines ©ruberS SRame prangte. „Stimme ich $errn WofeS [prerhen?" „$err WofeS ift foeben nach feinem QanbhauS gefahren, ba« »or ber Stabt liegt," ertlärte ihm ein Buchhalter. So begab fidj 3afob noch bem Sanbbaufe feine* ©ruberS. Jaft märe er oor Süjrm unb Siflauuen umgeff^rt, alt) ex biefes §au8 erblidte. SS lag in einem hevrlidjen (harten, ber fünft* ooQ angelegt unb neirijüiiidt mar. .v-ier plStfdjerten luftige Spring* brunnen, bort flauten 9compben unb j^aune in bertlidjet SWarmor« arbeit neeftfrb aucbeut üppigen •'•Inm beroor. 9teidjgalonierte Xierer liefen auf ber Xrraffe ber öiffa gefdläfttg hin unb her, unb fd)lieiV liri) monbte fich oafab, nndjbem er fich Oon feinem Staunen etwaä ert)olt hatte, an einen berfelben mit ber höiliriien At'a.;e, ob er §errn jüc'oie« fprerhen fönnte. „ivM? beiden Sie?" fragte ihn bieier mit berablaffenber Dciene, btbem er ben einfaetjen Wann Oor fid) mit argwöhnifthem iülirfe mavj, benn er uermutete in ihm einen Bittftetter, bie ab^umeiien alle Xiener ben Befehl tmtten. „Sdi I)eir,e ^vafob au9 Dorfftabt" Ser Xiener nerfchmanb, fehrte jebod) |ehr halb iitrücf unb fühde Cvatüb, nun aber unter tiefen ^erbeuciunaen, in ein t)errlid) nuöfleftatteteö 63emad), wo er einen reid) gefleibeten, uorneljm nu<5» fel)enben ßerm untraf. „C ©ott — SWofei! — Xu hift efi wirtUtb?" Unb nun folgte eine freubige Srfennung, benn aud) 9Rofe3 fühlte fein ^erj mädjtiii fcblagen, als er feinen ©ruber unb frühe reu Wohltäter nach langen Sauren mieber umarmen tonnte. — Bnlb fanen fie treulid) fict) gegenüber unb iüiofeö er^nljlte auf 3afoM fragen wahrheitsgetreu, waö ihm atlecbegegnet mar, bis auf bie Stunbe ihreo 2iMebeiiehen<5. 9iad)bem et einiae la^c fiineii Q^ruber^ Waft geWefen unb »on ihm fürfttirh bewirtet würben, fchlug 5afoh mieber ben Heimweg ein. Xahei überlegte er, Wie er wohl auch \» ein reidjer SJiaim Werben tonnte, benn wen« er auch in feinem StdbtaVn als wohl habenb galt, fo war baS boch ein N.'('id)t<5 feinem ©ruber ÜRofeä gegenüber. „,S>alt — ich hah'v!" rief er bann plbhlid) ftel)enbleibenb, „idi werbe ben Xeiri) enlWäffetn (offen, bie £riiari)tel fudjen unb ben c\c fangenen Xatteo wieber hinauSloffen; oieHeid)! jeiat er mir bann auS Xanfhnrfeit, Wie id) fdjnetl reid) toerben tan«." (Sefagt — i^etan. — Safob mad)te altes* }U Weib, waS er fein eigen nannte, lieft mit beinfelben ben Jeid) entwäffern, unb enblich — nnd) langem Sudjen — fanb er aud) bie ÜMechfchachtel. ,,©ift bu uod) brinnen, Xattev??" fragte er, bie Sdjachtei fchüttelnb. „3a, ja," (lang eo wimmrrnb baraui?, „od) Inn mid) nur herauf." Diit (lopfenbem $»erjen öffnete Safob bie Schachtel, unb äugen* hlidlich fam ber tjan,^ uertrorfnete Xnlteo beroor unb mndjte fidj auch, fowir er ben (irbhoben unter fidi fühlte, foajeid) mieber fo Af>f«M *ttt ^llmtAl* HU", IL'tV IUI X tmii. „3iun, XalteC'." fprart) ba Safob, „für beiue ©efreiuna. mufel bu bid) bod) baufhnr erWeifen unb mir auch jumReichtum nerljelftn." Xa fr^Üttelte ber Xatleo ben Ropf unö faate: „5Rein, id) werbe jet;,t bei bir bleiben, bu bift ein atmet Wann aber bu tjaft ein loeidiej'" .^erj unb wirft mich nicht bnrben (offen, wie ei ber reiche Wann, bein ©uiber, jent tun würbe." Xaher ftammt boS jübifdje Soridjmott: „Xie iJeute, bie ben größten Xatled tjaben, haben bosj meidiite ©erj." „(iin luftiger Xollcä ciel)t über alles!" Unb bomk enbet btej« Wefcbtcb.te. _