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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-12-03 · 49 (3.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
49 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang ^^^^.I^^U^HU^!!^!!!^!!!, Jüdisch-gesetztreuer Verband e. V. Leipzig, Farberstr. 4-6 Wir laden hierdurch unsere Mitglieder zu der am Sonntag, den 12. Dezember 1926, 5 Uhr abds. im Bethause Ahawas Thora, Farberstr. 4-6 stattfindenden (Jeneral=Vei Sammlung höfl. ein. — Antrüge sind bis spätestens 10. d. M. zu richten an die Geschäftsstelle, Färbeistr. 4-6. Zur Besprechung stehen folgende Punkte: Bericht — Ncuwanl des Vorstandes — Eventuelles DER VORSTAND lammmmMKmMKmmmmmmmm mmmMimm\\mmmjmmM\\ Kostüme, Ufiänie), K'eidtr bignheitskurzschrift RUSS HKBKÄ PRANZOS J1ÜD UNThRR STUD. DER PHIL. fettigt schick und gar. gut sitzend zu sehr billigen Preisen an Damenschneider Zimmermann 1SCH 3Ee= 3)1 Das CHANUKA-FEST der Höheren Israelitischen Schule findet am Montag, den 6. Dezember im Großen Saale des C E N T R A L-T H E AT E R S statt. Saalölfnunß 7 Uhr, Beginn 8 Uhr. — Kintrittspreise: für Erwachsene 2. , Kinder 1 — Karlen an der Abendkasse. GROSSE TOMBOLA t Rücksicht auf die kleinen Darsteller muß pünktlich begonnen werden und bleiben die Türen während der Darbietungen geschlossen r*^ Zwei leere Zimmer 2fc it r^^" ^„ unb Siicbcfür (Ehepaar, 2 Stinber, fclBll IT1 tll" j mögl. im Zentrum, gegen gute Sc- ^'Imeilc ober ganj möbliert, an be vihlung qclucbt. c?ff n. w. 830 an! "ijotätige Dome ju venu. SleMrifd leidicr, CSIod-'enjtrapo II. ~icht- Telefon, Jnnenl'lojett, nah. -| 5?o{entbal. ^rogejtr. 22, I, \\\\U. ■2 )d)önc große frcunblid)e Zimmer Eberhardstr. Tel. 25799 ANKR.: KABH. COHN, LÜHRSTR.10 i Schönes möbl. Zimmer eleftr £id)t, ©ab, lebMon. Mkoicr benuftung« an belferen $*rra mit oiv mit Mucbc, eienrijd) £id>t, 3entrum, obne iOerpfiegung ju Mrmleten TV 511 t>orniiefen. (Sffert. u< 902 an X5>. jelbjt and) guter, gebiegen. Mittags- •leider, Cölodfenjtraße 11 H|cb. piaucnjdie 6traße 3-5 III. - 58 — ba« ©rfibdjen im Rinn iierticfte iiel), unb fie fogte mit einem ganj feinen Stimmeben: „Tu bift bod) S&tttdHtiS Stoma, Jtcuf mid) bod) ein ju libanufab, Ta« iit ein wunberfdjbneft Jyeit, Ta« iiet) (0 herrlich (eiern laut." Tie Statt« mürbe ganj btafj nur echrerf, io ermaf hatte iie noch nie erlebt. 2ie tonnte wohl flippen, bie, menn man auf einen ScecbauiSmufl bniefte, Sßapa unb Stoma fagen tonnten, übet Sßuppen, bie fo lange unb oernünftige Sieben halten tonnten, hatte iie nod) nie aciehen. 80t Aufregung brütfte iie bie flippe gang feit an fid). Tie SBcrrauferin iah bafl ganj ärgerlich, jagte aber bod) in höfltdiem Tone: „Gtaaotgc (Jrau gerbrüden ja bor Sßuppe ba« [rhdne Bleib." Ta taufte bie Statter turjentfchloffen bie frhöne fßuppc unb ging finnenb beimmiirt*. Unb [eben Vormittag, menn Qottdjen in ber Schule mar, nähte fie an einer Busftattung für bie fßuppe, fft&cfdjen unb ßembeben unb .vbvchen, unb immer gudte iie ganj gemannt, ob bie fßuppe nidjt wieber re^en miirbe. Hbet bie flippe iprad) fein iifort, juvinferte nur geheiumisi'oll mit ben Bugen, al« mollte fie fagen: »wir öerfteben uns idion, mir haben ein Wellenliniemiteinander." Hbet feltfam, immer, menn bie jUiutter bei ber Ißuppe fajj, mufjte fie au ühunufal) beuten, unb e« fiel ihr ein, wie iie im (ilternl)au« bie il\d)U gegfinbet unb fo fd)ön iicfetert Ijntten. Unb eine^ frhöiien Ta.]e« fagte iie )U ^.'ottdien: „XBafl mürbeit bu mohl baut fagen, menn loir ftatl IBeibnacbteu Sbanutab, fetern mürben?" lirft mar Sotidjen fehl unmivid), beim iie malte garnidjt, ma« Sbanutab, ift, unb iie bnrbte: Ta« ift bod) fid)er nur ein 9rnnb, ha« Tycü gang lauge hinauf« tufdjieben, unb iie fagte ganj mürrifdj: ,,"sa, mann ift benn ba« iibanufah überhaupt?" ilix aber bie Stattet faqte: „C, fehr balb, nod) oier^ehn läge früher als S55eil)nad)ten," ba mar üottrhen idjon )ugfinglidjeT. So braudjte fie bod) nicht io lange ju märten, iie mar bod) fdjon io Dotier Spannung. Unb fie fragte: ,,3Ba« ift ba« für ein J^eft, marum feiert man lihanufah';"' Da »urbe bie üttutter etmas uctltgeu, beim fie wußte ti f»lbft nicht meljr ganj genau, unb fagte: ,,3d) werbe e4 bir morgen erjftljlen, je|jt ift ea höcbfte 3«t, in* — r>'.t — SBett )U geben." Unb al<s ßottdjen fdjon idjlief, ba holte fid) bie SRutter unter ihren alten @d)ulbfld)ern il)r jübi frtjcv? ©efdjidjtfbnd) uor. Unb am nädiflen Ta^e tonnte ii> Sottdjra wunberfrbbne Oefdjiditen erzählen oon ber 8e brfidung ber 3uben unb ihrei 83efreinng, oon bem greifen fBiiefter SRatiflfahu, 00m tobeimutigen Mämofer Sui Btaffabi, oon ber tapferen $)annab, unb ihren gelben fftbneu unb DOU bem Clfriudein, bais nicht alle mürbe. Sottchen horte noOei Spannung )U unb fanb, fo fri bne ®efdjid)ten hube bie JÜiuttcr nod) nie erzählt, unb io tücl SKut fei miillidi ®tunb genug, ein gefi adit Tai\e lang ju feiern. Unb eineo irbonen Tacjec, ba fai'.te fid) bie Ü)tuttcr ein .'per,^ unb iaa,te )U bem 4<atei: „2Baä mürbiit bu mohl ba(ut nieinen, wenn mix Mefei vsahr Sbanutab feierten?" 3uerft mar ber Kater etmae oetblüfft; bann fiel ihm ein, mie fein Orojjtfater, ber nun jdjon lange ni I mehr lebte, immer ben ihanufahleuditer, ber jeijt alä btoieS Crbmudftud in feiner Sobnuug ftanb, ange)finbe Ijatte, mie alle SRoaufl ,mr gefungen hatten, unb mie bi gange £ntelfd)at immer io idiön Jrenbel unb nub. e Spiele gefpielt Ijatten. Unb fo reihte fid) Erinnerung au Erinnerung, unb er erzählte bauon ber SRutter ben go 1- ,^en Kbenb, unb fd)liefdid) badjten fid) beibe auf. mie fie iljrem X.'ottrt)cn ein ejtra id)önec- Shanutabfeft be reiten mürben. Unb es mürbe ein geft, bei bem bie (iltetn al' :•, mafi fie an Minbheitc-erinneninoen hatten, mieber 0 ' leben lienen. Unb jeben Stög, menn bie Shanutahlid <r brannten, |et}le fid) ber [onft Oielbefthfiftigte ^nna gan) füll bin unb ipielte mit feinem Borthen. Unb Sortd b fanb, ein fo jd)öneo J^eft i\ibt e<5 in ber ganzen S?ett nicht. Unb inmitten all bieier Jvreube jnß bie ict% ne Sßuppe, bie Urheberin all beo öllüde«1, liebenemfirbig läd)elnb unb fid) uermölinen laffenb. Unb fie mutbe Arti iljrecs Sebent mie eine ^rin^effin geholten, ©nel Jage« fagte ßdttthen: „Sieht bie ^uppe nid)t immer fo au«, alö ob fie etwa« fagen möchte?" Ta lächnte bie Siutter ganj gel)einmi«ooll. SBiefo eö aber getommen war, baß bie sJ$uppr bod) bamal« im üaben etwa« gefprodjen hatte, unb wiefo fft überhaupt oom Qljanutahfeft etwa« gewußt hat, bal muß ia) @uct) (in anbere« Seal er)äl)lrn. (£'.<«'.

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