Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 41 (8.10.1926)
- Date
- 1926-10-08
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 KOJHEEBTDIHQKTION ERNST TKUILKWMUM©. LEIPMG, KÖ A IUST R. H Sonnabend, 16. Oktober Mittwoch, 20. Oktober Freitag, 22. Oktober Sonnabend, 23. Oktober Kaufhaus Zoologischer Garten Konservatorium Konservatorium Einziges Konzert Einziges Konzert Einziger Klavierabend Einziger Violinabend Jan Kubelik Mattia BatHstlnl Walter Gieseking Vasa prihoda Karten von M. 1 50 an bei C. A. Klemm und Fr. lost Notiz 5»fl6 neue Jöcim ber Jyirma ^Ridtori» <j?oeftfrf), OVofj < .Kaffee« 9?öftcret. Die ineit über 3)eutj<blanbs Stensen hinaus bekannte Stajfecunb Xcc-3mport Sirma CRidwb Poe&feb bat bie bisher in ber SO0id)terjtraßo innegehabten Staunte per pachtet unb ihren gejamten (!?roßrbjtereibetrieb, 2eeunb ftotao- 3mpot( nad) einem eigens ba^u ertoorbenen Oßrunbjtüd* in ber SMUcrfelber «trafje 20 perlegt. Dem jtänbig (feigenben dlmjats auiren bie alten Staunte nidit mehr geu>ad>jen, unb jo bat bie §irma, bem 3ug ber 3cit folgenb, ein mit ben neueiten ii'rrungenjd)ajten ber SUifjceröjtinbujtrie ausgejtattetes ffabtiVflebSufee bergeriebtet. S>on bem (ßrunbjats ausgebenb. alle unnötigen JArbeitsgängc ausju- {ehalten, um bie XÜare jo preiswert mic mbglid> an ben Konjumentcn 311 bringen, ijt bie «Anlage in erjter £inie mit (iMeisanld)luß perjehen. Die Importen gelangen ohne irgenbtoclcbe ilmlabungcn in bat eigene Ston|U* lager unb bon hier in einem Jkbeitsgang, ohne mit WenjdKnbänben in ■Berührung 311 frommen, als fertiges probul't in ben Stonjum, jo baß biet aid>t nur In tnirtjcttnftlichor. |onb«rn aud> in hngieni|d>er '^eyebung ppn einem großen (Srfolg getproeben »erben Pann. 5>ic johrsehntolangcn (fr« fahrungen ber Inhaber ber "Jiniia im 3nunb CAuslano joipobi, ois auch bie großen MreBten Importen fotoi« bas peinlidijtc Prüfen Im Sinlau) unb ber ftreng reelle «iVunbjats. Pom $}ejten bas '^efte ,su liefern. MUgen büDon, baß bie Jirma, tpeld>e feit über IS fahren beftebt. aud> beute nod) bemüht unb in ber Sage ijt. jelbjt bem penpobntejten ^einjchmocl-er i)crporragenbes 311 bieten. SAH« bierbiudi errungenen Vorteile jollen bec 9Zai)um (ftamfu Sfahum hatte bie (Habt, aus allen SBitterniffen brt Sebent bas Witte heiaus.iuiudicn. 3Be(d)eä Unheil audj immer ihm begegnen mochte, „flaut itt l'toba", „audj bas jum Wüten," war bas Söort, mit beut et and) ttn« angenehmes hinnahm. Talier erliielt er ben Beinamen „Wamfu". (Stnft beigab er fiel) auf eine weite Weife. Csn einem Torfe fud)te er eines SbenbÖ Dbbad), aber nirgenM würbe ihm aufgetan. Überall mit unfreunblidjen Bor« ten wegaewieien, befdjlof; <*r, bie 9tad)t im Balbe jujubringen. SRlt fid) uahni er ben liiel, auf bem er ritt, ein lebenbes $ut)n, bas er ,^ur :Keifejelmtng be ftimmt hatte, unb eine latente, bie ihm bie 9tad)t er* l)etleit iollte. Tod) bev Binb Derlöfdjte bas 8id)t in ber Saterne; in buntelfter JinfternU fid) bortoärtfl tafteub, fprad) er (^u fid): „Äudj bas )Utn Wüten!" — ^lo^ltd) erfchrerfte ihn bas Webrüll eines Sbtoett; unb balb bernahm er ben Sdjmer^en^fdjrei feinet (ifeliJ: ber üöwe hatte ihn jentffen, „allev }um (Muten," nun* weite er, „alles junt Ohtten". ^fad) feinem .s>uhn gtel« fenb, munte er benteifen, ba| audj biefefl nidit mehr ba War: ein Zudfi hatte es geraubt. Unb wieber tröftete er firb: „aud) baö jum Wüten". — — — Belm etften Sonnenftrahl begegneten ihm Sente in jerriffenen Mlei-- bem unb mit blutenben IBnnben. Hiitleibc-iuill fragte er fie, wn^ ihnen begegnet iei. Unb iie erzählten ihm, bas l'orf, in bem iie wohnten — es war jenes, wo er toenieblid) ein Dbbodj a,eiuri)t hatte — biefes Torf fei nadjts non Räubern überfallen unb niedergebrannt würben, bie (SitHooljner feien aetötet SRni fie hätten fid) retten tönnen. —Ta pries sj{ahum bie glfldlidje Sfigung: er hätte fein Beben etngeb&H llicim fr »" jenem Torfe fleblieben wäre; ber l'bwe hätte i 1, n griffen, ber 8ud)8 hätte ihn angegriffen, wenn nicht «ifel unb $nfju bei iljm gebefen wären. Unb bie 9{äuber hätten ihn ae» funben, wenn nidjt bas ifidjt feiner Laterne auftgelbfdjt toorben wäre. ^ür unfere lugenö. QTloiuitlicbc Beilage 3unt „ttvineinbeblatt ber 3jraolitijd)en I?eligion&iiemeinbo 51t £eip3ig" Wr. 13 Dftobet 1926 s}iHb mrt 3feM ßeim (ontiitt ber Mbniu, mit finftrent ©roll Hub wirft auf fein Öager ftdj unmutuoQ; liv nahen bie Tiener mit Qaatn. Tod) fdieudit fein wtlber, ieiu btoljenber 8lid Tie feigen Mned)te Dom Sager iiinirf, Unb feiner tragt ihn )u fragen. Vergebend minft ihm ein ßppigefl 9Rab,(; Ta tritt jnnt Sager bes ßdaigd ©einabt: BSaf3 Deinen Summer midj teilen! SKetn Ähab, iajie mir, weld) ein Sdjmerj (Ergriff gewaltig Tein fütft(id)e8 $>erj? od) will Tid) 00m Unmut heilen." s.i(un bridjt fein Wroll fid) ber 9tebe öa^n: „Tu weint, midj tarn ein ®eluften an, Ten föeinberg Slabotb'« ,^u haben; SBeil ber Beinberg grenjt bid)t an mein .'paus, •£0 fügt' es fid) leidjt, idj liefee barauS SRit einen ©arten graben. T'ntnt iiel)' id) heut §u '.'laboth hin Unb rebe ,^u ihm mit freunblidjem Sinn: „Ten Beinberg lannft Tu mir geben; So uiel er gilt, he;,al)l id) Tit: Tod) millft Tu es lieber, fo aeb' id) bafiir (iineu anbeut mit beffeten;)iebcn." Tod) Wabotb,, ber ftolje s.Vaboth, ipridjt: „iKein, meinen föeinberg geh' id) Tir nidjt; (Sr ift mein oäterlid)' (i'rbe!" — T'rum, Cvfebel, fafet mirf) finftrer WroH, T'ruin ift mein Weift fo unmutooH. Srtlai mid) nun, bau id) fterbe."