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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-05-14 · 20 (14.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
20 (14.5.1926)
Date
1926-05-14
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seile 2 GEMEINDEBLATT PER ISRAELITISCHEN RELIGI0N8GEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Zum Wocheniest nb n&nn nrutt Dnnnpni dv D^an inaon riynpn m^n mnö& iy In nicht mißzüveratehender Weise verbindet das Thorawort nos, das Fest der Erlösung Israels aus Ägyptens Kneditsdiaft, mit niyia», dem Fest der sinaitischen Gesetzyenuni:. Ähnlieh führt auch unser niJW-Fest in der talmudischen Ausdruckslose den Wunen r.-rsy, Sdilußfest. wodurdi es ebenfalls mit dem vorangehenden nss Fest verknüpft werden soll. In der Fat ist ja jene Verheißung, die M;>ses seinen im schweren Frohndienst schmachtenden Brüdern im Auftrage ü'ttes überbrachte, wie sie in den sogen. nVnu *?v nwVMix zum Ausdruck kommt, erst am Sinai in volle Erfüllung gegangen. Das letzte Ziel: D> ,!? b:ds Tnpi,i. ich werde eudi mir zum Volke nehmen, hat seinen Sinn erst voll und ganz am Horeb erhalten. Diese enge Verknüpfung der beiden Feste, die beide der Erinnerung an das Werden unseres Volkes gewidmet sind, ist zugleich Symbol für das Wesen unseres Volkes, in dem nationale und religiöse Elemente in eine so inniye Verbindung zusammengefügt worden sind, daß ein A.iseiuanderreißcn dieser beiden Bestandteile das Ganze aufs äußerste gefährdet. Nur ihrer min und der in ihr aufgespeicherten Lebenskraft verdankt die jüdische Nation ihre txistenz bis auf den heutigen Tag, das Wunder ewiger Juyendfrische, nur in der gesdilossenen Einheit eines sidi darbietenden Volkes konnte das G'tteswort den Boden für seine befruditende Entfaltung und Wirksamkeit finden. Diese Tatsache ist unseren Almen eine so selbstverständliche und unbestreitbare gewesen, daß eine Diskussion fiber die Frage, ob Israel den Nationen oder Religionen zuzuredinen sei. in jenen Zeiten wohl kaum Interesse erregen konnte. Nur der kranke Mensch fühlt seine erkrankten »ilieder und Organe, der gesunde Mensch nimmt nur ihre Funktionen wahr, kümmert sich nur um deren Tätigkeit. Es ist kein Zeichen von der besten Gesundheit unseres Volkes, wenn heute der Geyensatz zwischen Religion und Nation so intensiv gefühlt wird und wenn der Gedanke an den Zweck und die geschichtliche Aufgabe unseres Volkes leiden mußte. Es wird Zeit, daß das jüdische Volk in voller, gesunder Kraft sich wieder seiner Ziele bewußt wird, die ihm einst am Horeb von seinem g'ltlichen Bildner gesteckt worden sind: es yilt, der Form ihren Inhalt nicht länger vorzuenthalten. Auf noo, den Geburtstag der jüdisdien Nation, muß endlidi myint?, der mri "o-Tag unserem Volkes folyen! Wann wollen wir uns auf unsere uns und nur uns eigentümliche Aufgabe besinnen, die uns yeyeben worden ist in jenen herrlidien Thora-Worten »np Iii wsa rabaa « ran =nxi „Ihr sollt mir ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk sein"? .Meint ihr Litern, eure Kinder für dieses Ziel vorzubereiten, wenn ihr die Juyend in allem unterriditen und ausbilden laßt, nur dem Thora-Unterrieht aber die für ihn nun einmal notwendige Zeit zu kürzen sucht? Und ihr, jüdische Jugend, glaubt ihr. den rechten Wey einzuschlagen, wenn ihr eueren Körper nadi allen Reyeln des Sportes auszubilden trachtet, für das Studium des Erbyutes eurer Väter aber keinen Augenblick freiwilliy mehr hergeben wollt, nur yezwunyen und ohne rechte l.ust dem euch widmet, was zu allen Zeiten die Seele unserer Nation gebildet hat? — Gewiß, es soll hier der Wert der l.eibesübunyen für unsere Kinder und unsere Jugend nicht herabgesetzt werden, kein vernünftiyer Mensch wird seine Freude darüber verhehlen können, daß ein junyes, gesundes I jüdisches Geschledit heranwächst, das sidi in Kürperyewandheit und Körperstärke mit jedem messen kann, aber es muß audi einmal ebenso deutlidi ausgesprodien werden: jüdischer Sport und jüdisches Turnen dürfen immer nur Mittel zum Zweck sein, sie sollen den jüdischen Körper stählen, um ihn so empfänylicher zu machen für den jüdischen Geist. Vielleicht ist es nur, ja, wir wollen es bestimmt so hoffen, eine ÜberyanysperioJe, vielleicht ist es nur freudiye Überraschung, die Entdeckung gemacht zu haben, daß auch in unserem Volk die alte Kraft der Helden unserer Naiion noch nicht erloschen ist, die so viele unserer Jugend - und nicht die Sdileditestcn — so alles vergessend in die allein selig machenden Arme des Sportes treibt, aber es wird auch hier Zeit, über der Form nicht den Inhalt zu vergessen. Nicht dafür haben unsere Ahnen ihr Blut hinyegeben, — wir denken in diesen Tagen der Sefirah yanz besonders daran — und auch nicht deshalb haben jüdische Helden wie die Löwen yekämpft, um in ihren spätesten fmkeln Boxer und Fußballer zu erziehen, nein, um die min allen Widersadiem zum Trotz ihrem Volke zu erhalten, dafür haben sie Kraft und Leben einyesetzt. So wird mjrotr uns nicht nur erhabene Lrinneruny sein an die heiliystc und yrößte Stunde unserer Nation, in welcher der in Ägypten zum Volkskörper yewordenen Jakobsfamilic aus y'ttlidicm Munde ihre Aufgabe bestimmt wurde, sondern ebenso wird uns unser Fest auch ein Mahner bedeuten, dieser vor allem yeistiyen Aufyabe audi ihr Recht werden zu lassen. Sollte in einer Zeit, die erkannt hat, wie sinnlos die rohe Macht nur die Zerstörung der Welt fördert, das jüdische Volk nidit erst recht sich entschließen, den Sieg des Geistes über die unycziiyclle Körperkraft zu feiern! Und wenn wir am n-pn jna-Fest den ernsten Schwur unserer Vorfahren am Sinai durch unser saen myyi erneuern, dann sollte er vor allem der Vornahme yelten, alle Institutionen und Einrichtungen, die der Verwirklichung' der jüdischen Geistesaufyaben dienen wollen, nach besten Kräften zu unterstützen und zu fördern, dann wollen wir Sdiulen und Thoralehranstalten, nirvr und omn so auszustatten uns vornehmen, daß über dem Geist nicht der Körper, aber auch vor allem über dem Körper nicht die Seele vergessen wird! Dann dürfte in einer solchen Gegenwart auch jener Zukunlt der Wey geebnet sein, der letztes Ziel unserer Thora-Nation bildet: "»nn trtrvrp. Dr. Hallemann Poefefch-Kaffee Detailverkauf: Hainstr. IG 18 - Köniysplatz 13 - Grimm. Steinwey 20 Der geflochtene Schuh als lefzie Modeneuheif! 16.50 19.50 NORDHEIMER

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