Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 6 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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Hört ihr Kinder, laßl's euch sagen: Der alte, euch allen wohlbekannte Kinderonkel, Musja heißt er, wird in Kürze selbständig für euch junge Freunde eine Zeitung erscheinen lassen: „Jüdische Kindereeilung ** Sie soll in einem Umfange von 8—10 Seiten erscheinen Mitarbeiten uüift ihr wieder alle. — Nur dürft ihr dem Onkel nicht zumuten, daß er sie ganz umsonst verschickt. Deshalb füllt bitte den Bestellzettel aus und schickt ihn sofort — spätestens bis zum 15. Februar an Musja Gottfiieb, Leipzig, Jakobstraße 2 ein. Wer die 80 Pflg. nicht gleich mitschicken kann, der kann es im Laufe des Vierteljahres tun. Wer monatlich 30 Pfennige zahlen will, der schreibe dies auf den Bestellzettel! Je schneller ihr bestellt, desto früher erscheint euere Zeitung! Onkel Musja Bestellzettel Ausschneiden und tan BncfumschUig'einscnden I Ich bestelle hiermit die „Jüdische Kinderzeltung" auf die Dauer von drei Monaten zum Preise von O.BO Mk. pro Vierteljahr. Zahlung erfolgt: a) vierteljährlich b) monatlich Name und Alter: Adresse: ............ Niclitgewünschtes durchstreichen! — 18 — «igt« t'icti unemnfänglid) gegen jeglirt)e SBeteljtung. (Start Xagrt routbe n oon feinem vatet hart getabelt; in aotnigen JSotten nannte et ihn einen "Wenfchen, ber mir fiir bie SRiebrigteit be» ßebenS geboren fei. Itefbettflbt oerließ SDtofrt baä oätevlidK fymi unb iuehte ein Cbbad) in einer Stmagoge, lirmubet irt)ltei er hiev ein. Äbet als er erwachte, ii'hlte er. baß er ein onberer ge« toorben war. Kofi* SBegeifterung für bie SBiffenfdjaft begab er ftdj -,11 einem Berühmten Stabbi, oblag eifrig t>em Btubium unb teone, nodj ein 3üugltag, nad) fiincr ©atetftabt jutücf, 00 er am Sabbatt), ohne fich vorher feinem >Batet gezeigt haben, in ber Sttnagoge einen fetjt gelehrten Sotttag hielt, ^teube ergriff ben über laichten Öater, Der ihn bann mit 3ubel mieber in fein Qaul anfnaqm. @0 |ucbt uie Sage ba8 Tunfei, ba» über 'JJiaimonibrt' Sugenb gebteitet tft, }U iictiten. Sä ifl aber antnneltaien, bafe er gerne leime unb oon feinem iBatet unb oon bem gelehrten Kabbinet oon Sotbooa in bie ttiffentaaftrn eingeführt nmrbe. flu* feiner ftillen, ^irucfae/jogencn iätigfeit füllte Der boffnungenoue Jüngling ftubjeitig betaudgetiffen merben. 3m Satjre 1118, als SRaimonibrt Eaum 13 ÜSahre alt mar, branden bie fllmoljaben über bie Wren» jen Spantend. Ta* mar eine mohamiuebaniiche Sefte, Die untet einem [anatifrben Führer alle flnbersgläubigen oetfolgte uno fie oertrieb, wenn fie fid) nicht inm Sftam beteinen aottten. Sie eroberten and) tiorbooa unb tieften ben Betootntetn Der Stobt, audi ben "suben, nur L>ie SBal I ben 3flam anzunehmen ober audiutoanbetn. SRana^e «uiben gaben fid) ben flnichein, all icien iie SRofjammebanet geworben: fie befugten bie lifoicbcen, nbten aber insgeheim bie ätaudje per iübifdjen x'ebre. Tie meinen [ebodj manberten nart) bem nörblicheii Spanien, Das unter diriftlirfjcr .\>errfd)aft ftaub. fluch SKaimon ergriff mit feiner gqtrittie ben ©an bentab. IS* fühlten äatjte ftänbiger Unruhe unb jehmeret Selben. Tie fanatifchen Horben brangen immer meiter «ot, unb um Der Serfolgnngtout <tu entgehen, mußte SKaimon häufig ben Crt fetart Aufenthalte» mechjeln unb ein unftete» SEBanbetleben führen. (£e märe fein 5li.Junber geioefen, wenn unter foldjen s-8erl)ältniffen bet Unterricht be» jungen iüloiei oernartjläffigt morben märe, — 19 — unb baburrf) feine lintmirtlung Schaben gelitten hätte flbet ba» Wegenteil trat ein: gerabe bie traurigen (£r* lebniffe ftärften feine KMHenftttaft; mit nie ermübenber Webulb ftubierte ber itnabe Wbel unb Xafalttb unb er rang auch fd)on bie erften HatyeUfyiungen. Aber rabbinifefae» SBiffen mußte hei ihm fianb in öanb gel)en mit angemeiner miffenjchaitlicher oitbung. 3Ril Äfffonomie, SNatfyematif, ^fjÜofob^ie machte er iid) Mtttaut; mit befonbetet i.'iehe mibmete er firt) ber Ärinetfunbe, bi? ihm [pfltet jnw (^twerbSbernfe merben fottte. Slf 3ab,te führte bie lyamilie Slaimon ein fo müh* icligec föanbetleben. Um beo Stob/l n(>0 fal> fid) ber l)iitunb l)ergemorfene (Batet ge^mungen, enbgültig bie ßeimat ju oettaffen. 3n ber Stabt Jve^ in Swtbaftib lief', er fid) hiebet, um hier eine neue ^etatat |U finben: aber aud) ba mar feines bleiben« nicht. Tie @(auben8* oetfolgungen bitten gciabe oon 7m «Ilten Utfntung ge^ l)abt: fo hatten fie uaturgeman bie bort lebenben ^uben »netft betroffen. Otabnm hatte eine gro|e Aufgabe barin erblicft, ben Otaubenlmut ber ^uben 9totbaftita8 neu ^u beleben. Tie f nutiidje Clnigfeit tarn jebod) biefet geheimen Arbeit iMatmonfl unb jetnes £ol)ne* auf ^ie Snur unb bebrohte fie mit bem $euertobe. So mußten fie erneut il)ien ©oljnfiß oettaffen. Zsn näd)tlid)et Stnnbe heftiegen fie llfir» in gej ein ^aht^eua. bas nach ^aloftbia tegelte. 91uch auf bent ilieete (am eine ichmere Prüfung übet bie ftomme Jyamilie. il^ad) fed)v5tägiget ^al)tt erhob fid) ein futcb> barer Sturm. Cui Tobesangft gitterten uQc auj bem Schiffe: SRatatonioel aber betete 511111 himmlifdjeii s^ater, unb im Webet blieb fein firn feft. Ter Sturm legte fid) bann, unb ba<5 £d)tff gelangte uuoerfehrt nach ^aläftina. Allein bas üanb mar burd) bie oorangegangenen Mriege oenoüftet unb oeröbet, unb eo ließ firt) nid)t letd)t ein 9tol)rung«jWetg für bie ^amilte 3){aimon fin* ben. So mußte fie fid) nnd) wenigen,Monaten ent» fchließen, naa) ^Igijpten ju jiehen, »0 fie tn Joftat, nal)e ftaito, feften SBohnfih nahmen.?lud) Ijiet Ijatle sDtaimonibes nod) mannigfad)eß iieib ju erfahren. Anfang 1166 routbe il)m ber ^ater entriffen. SDüt feinem Grübet betrieb er ein 3uioelengefd)äft, ba» firt) gut ent»