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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-01-29 · 5 (29.1.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Bericht über die Gemeindesitzung yom 25. von Verwaltungsdirektor Katzenstein «Januar 1926 Zu Beginn der Sitzung wird die Niederschrift über die vorige Sitzung ergänzt, indem nachgetragen wird, daß als Vertreter der Leipziger Gemeinde im Ausschuß des Sächsischen israelitischen (i ein e i u d e v e r b a n d e s die Herren Goldschmidt, Hodes, Breslauer, Schick, und als deren Stellvertreter die Herren Dr. Halberstam, Emil Joske, Justizrai Dr. Löwenstein, Tumpowsky gewählt sind. Danach wenden verschiedene Ausschüsse neu gewählt. In den I ii rs <> i:g e a ti sseh u ß: die Herren Alfred Cahn, Rabbiner Dr Cariebach, Anselm Czaczkes, Wilhelm Dubinei. Israel Engländer, Kabbincr Dr. (ioldmann, Max Joskc. .Wartin .Warcus, Rudolf Schick. Heinrich Schwadron, Elias Seiinger, Meier Tager, und die Damen Frau Helene Felsenstein, I ran Hedwig Mathias, Frau Regina Pfefferblüth In den Ausschuß zur Verwaltung der Darlchnskasse: die Herren Wilhelm Dubiner, Israel Engländer, Max Joske und Heinrich Schwadron. Herr Josef Wolf beantragt Erweiterung des Ausschusses durch Zuwahl des Herrn Kestenbaum, damit die orthodoxe Fraktion in dem Ausschuß vertreten sei. Er wird unterstützt durch die I lei ten Kesl e u b a u in und Stein. I )er Antrag wird aber abgelehnt, nachdem Herr Joske unter Zustimmung der Versammlung ausgeführt hat, daß der Ausschuß jederzeit Herrn Kestenbaum /ur Mitarbeit heranziehen könne, und Herr Gottlieb betont hat, daß der Aeltestenausschuß bei dem Wahlvorschlag von parteimäßigen Gesichtspunkten ganz abgesehen und von vielen vorgeschlagenen Personen die erstgenannten aus [esucht hat, ohne damit die anderen als nicht geeignet ZU betrachten. Von den für den Unterrichts- und Erzieh u n g sa u s s di u Ii vorgeschlagenen Personen bitten die Herren Gros/ und Wolf, von ihrer Wahl abzusehen. Herr Stein fragt, aus welchen Gründen Dr. Woskin für den Ausseht:!! vorgeschlagen sei der als Leiter -J«.r iubriiisvhcu Sprachschule nur persönliche Interessen zu vertreten habe. Tumpowsky weist diesen Angriff gegen den um das Leipziger Schulwesen hochverdienten Mann auf das entschiedenste zurück und betont, daß Herr Dr. Woskin in uneigennützigster und beispielgebender Weise, unter Hintansetzung aller materiellen Interessen, die Gründung und Erhaltung ihr hebräischen Sprachschule ermöglicht habe; seine Mitwirkung als Fachmann in dem Ausschuß sei höchst wünschenswert. Diesen Worten stimmt Herr Hahn bei, während Herr Kesten bau in die Fra<je des Herrn Stein für berechtigt hält, da die Lehrerschaft auf liberaler Seite durch Herrn Graf, auf orthodoxer Seite durch Herrn Dr. Kolin in dem Ausschuß bereits vertreten sei. Gewählt werden die Herren Jacob I'adt, Paul Gelberg, Max Grat, Isidor Felsenstein, Emil Joske, Dr. Jacob Kuhn, Justizrat Dr. Löwenstein, Jacob Neumann, Hermann Pelz, Elias Kestenbaum, Louis Tumpowsky, Moritz Ury, Dr. Woskin iimi Frau Hedwig Mathias. Von einer Zuwendung der Kinder der seligen Frau Mathilde Kaufmann in Höhe von 1116 Gm. lOprozentige Erbl. Ritterschaft!. Greditverein Pfandbriefe zur (iustav und Mathilde Kaufmann-Stiftung nimmt die Versammlung mit her/liebem Dank Kenntnis. Gemeindevorsteher Goldschraidl bringt alsdann suche um Beihilfen vor, nämlich des wirtschaftsdrei Gesuch Verbandes jüdischer Studierender, des Vereins Ahawas Thon und des Frauenvcrcins Ruth. Es handelt sich hierbei um recht beträchtliche Summen. Der (jemeindevorstand hält es deshalb nicht für möglich, noch in diesem Rechnungsjahr den Gesuchen zu entsprechen, und empfiehlt deren Verweisung an den Finanzausschuß, um evtl. bei Aufstellung des neuen Haushaltplanes Berücksichtigung zu finden. Schick tritt sehr dafür ein, daß das Gesuch der Studenten als dringlich behandelt wird, damit den vor dem Examen stehenden Studierenden rechtzeitig geholfen werden könne; eine etwaige Hilfe im neuen Rechnungsjahr käme für diese zu spät. Kestenbaum setzt sich für das Gesuch des Vereins Ahawas Thora ein, Frau Felsenstein für dasjenige des Fraueuvereins Ruth. Hahn glaubt, daß man die Steuerzahler für die auswärtigen Studierenden nicht in Anspruch nehmen dürfe. Diese möchten sich an gewisse wohltätige Vereinigungen und die Loire wenden. Schick!;ält eine Prüfung des Gesuches durch den Finanzausschuß für notwendig. Angesichts der leeren (iemeiudekasse müßten sich die Studenten um Heihilfen an ihre Heimatgemeinden wenden, aber den vor dem Examen stehenden solle man zu helfen versuchen. Joske ist dagegen, daß solche Fragen überhaupt erörtert werden, bevor der Finanzausschuß sich darüber ausgesprochen hat. Er ist überrascht, daß jetzt schon wieder ein Sommer ein größerer Beitrag gegeben worden ist. Bei Gesuch der Studierenden vorliegt, nachdem ihnen erst im allem Wohlwollen und. obwohl er persönlich einer Beihilfe zustimmen werde, müsse er doch zur unbedingten Sparsamkeit ermahnen. T u m p o w s k y betont, daß es sich bei den Studenten um einen Einzelfall handelt, auf den man eingehen müsse, weil sie jetzt vor dem Abschluß ihres vierjährigen Studiums ständen. Diese Leute näherten sich dein 30. Lebensjahr, seien unter großen Sorgen und Entbehrungen soweit fjekoinmen und könnten sich nun eine Existenz gründen, wenn ihnen durch ein paar hundert Mark die Ablesung der Abschlußprüfung ermöglicht würde Sonst müßten sie unter Umständen einen anderen Beruf ergreifen, was ihnen natürlich in den vorgerückten Lebensjahren sehr schwer fallen würde. Die Gemeinde möge sich dieser geistigen Arbeiter annehmen. Nachdem Breslauer die Finanzlage dargestellt hat, wonach 50 (MM) M. Ausgaben im laufenden Monat nur 10000 M. verfügbare Mittel gegenüberstehen, und Gemeindevorsteher G o 1 d s c h in i d t wohl die moralische und ethische Pflicht, den Studierenden zu helfen, anerkannt, aber ebenfalls auf die mißliche Finanzlage hingewiesen hat, wird ein Vermittlungsantrag des Herrn Dr. Halbe rstarn angenommen. Danach wird der Gemeindevorstand ermächtigt, den Studierenden eine Beihilfe auszuzahlen, falls der Finanzausschuß eine solche empfiehlt. Aus den Nordheimer vergrößert sein Geschäft Petersstratte 48 durch Hinzunahme eines Nebenladens. Bis zur FertißsUtiiunt; dieses Baues 1 durchgehend herabgesetzte Preise

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