Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 14 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 7 l. Jahrgang Jüdische Winterhilfe Der Winter steht vor der Tür. Der Winter mit seinen Schrecken für arme Leute. Die Zeit bricht wieder heran, da Nässe und Kälte die Gesundheit, insbesondere armer, hungernder und frierender Menschen bedrängt. Und wiederum richten wir darum unsern warmen Appell an das gute jüdische Herz unserer Leipziger Glaubensgenossen, damit sie zu ihrem Teile das unendliche Elend lindern helfen. Wohl unterhält die Gemeinde eine großzügige Fürsorge; bei der unendlichen Fülle des Elends, bei der unsagbaren Menge vernichteter Existenzen ist sie aber nicht imstande, irgendwie über das Aller-Allernotwendigste hinauszugehen. Da muß denn die freiwillige Hilfstätigkeit einsetzen. Keiner sage, daß es ihm zu viel sei, wenn die Aufforderung an ihn herantritt zu spenden. Er weiß ja nicht, wie es ihm ergehen kann, denn viele, viele, welche noch vor einem oder zwei Jahren selber gespendet haben, müssen heute Gaben in Anspruch nehmen. Die Notstandshilfe hat im vergangenen Jahre 122 Familien mit Lebensmitteln versorgt. Davon waren 44 Familien dem Mittelstand angehörig, denen die Gaben ins Haus gesandt wurden. Zur Verteilung kamen: Mehl, Erbsen, Bohnen, Brot, Butter, Fett, Eier, Zucker, Nudeln, Graupen, Reis sowie auch Seife. Im einzelnen wurden in der Zeit vom Dezember 1923 bis Ende 1925 folgende Lebensmittel im Gesamtwerte von 27149.87 Mark verteilt: 155,63 Ztr. Mehl ä Mk. 21.— Mk. 3268.— 50 „ Zucker n n 40.— » 2000 — 80 „ Bohnen tt „ 25.— 2000.— 72 „ Erbsen ff n 24.— ff 1728.— 100 „ Gries ' ft » 23.— M 2300.— 71,12 ,. Reis V » 26.— t» 1847.12 65 „ Nudeln 9 »» 24.— »1 1560 — 4828 Stck. Brote n tt -.40 n 1931.20 45,47 Ztr. Butter ff 65.— i» 2955.55 3000 Dosen Milch n n —.48 1460 — 6800 Stck. Eier jt » —.12 n 1020.— 5080 „ Seife v » 1 — „ 5080.— Mk. 27149.87 Die Not wird in diesem Winter noch weit größer werden. Der Vorstand der „Vereinigten jüdischen Notstandshilfe" bittet daher jeden Leipziger Juden herzlich, er wolle, seinen Verhältnissen entsprechend, einen ansehnlichen Betrag übermitteln. Die Arbeit ist groß, und es wird aller Kräfte bedürfen, um der Not Herr zu werden. Vereinigte jüdische Notstandshille Samuel Hodes, M.Ttqer, Ribbiner ür. Carlebach, Rabbiner Dr. Goldmann, Rabbiner üustav Com, Rabbiner Rogosnitzky, Ch. Eittn»on. Isidor Felsens'ein, S. B.Goldrei, Boris Maly, Moritz Held, Meier Strauss. Nim Starer Max Wischnowitzer grüßen als Verlobte LEIPZIG, Chanuha 5686 Ofensetzerarbeiten werden gut und preiswert ausgeführt von Otto Schönherr, Töpfermstr. Leipzig, HumboldtstraBe 7, Tel. 27 703 **s^^^->*,.«,;-- ÜbL vm'wmwMW immärimk^ 1 ■»» ■. ÜJM ■'"■V'ff *'>:•% j: ■> aSjj, Zionistische Vereinigung Leipzig, Keilstraße 4 Am Montag, tlen 21. Uexeniber 1025 m Herr Kurt Blumenfeld Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in den KammermusiksSlen (Zentral-Theater) einen programmatischen Vortrag über das Thema: Der Kampf um den Zionismus Hierauf spricht Herr Redakteur Moses Waldmann über „Antisemitismus" Beginn pünktlich 8 Uhr abends In Anbetracht des zu erwarienden starken Andranges bitten wir um pünktliches Erscheinen DIE ZIONISTISCHE VEREINIGUNG LEIPZIG Der Vorstand