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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1925-12-11 · 13 (11.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
1 (1925)
Issue
13 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. H GEMETNDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RET -1 (! 1ONSG EMEINDE, LEIPZIG 1. Jahrgang daß die formellen Schwierigkeiten einer entsprechenden Änderung der Verfassuni; des n.J.G.B. nicht bedeutend seien, und | daß das zuständige Reichsministerium sidi grundsätzlich bereit erklärt habe, die Organisation anzuerkennen. In Würdigung der Dringlichkeit dieser Angelegenheit wurde beschlossen, daß der üemeindebund an die l.amlesorganisationen eine Einladung zu einer Aussprache Uber die Verwirklichung des Vorhabens ergehen lassen solle. Gleichzeitig wurde angeregt, daß diese Einladung möglichst gemeinsam'mit dem Preußischen Landesverbände, dem größten Landesverbände, ergehen möchte. In diesem Sinne ist noch am gleichen Tage die schriftliche Aufforderung an den Preußischen Landesverband ergangen, gemeinsam mit dem Gemeindebunde die Einladungen an die übrigen Landesverbände z i versenden. Es ist zu hoffen, daß in absehbarer Zeit die Reichs-Organisation des deutschen Judentums Wirklichkeit sein wird. Neue Bücher Kizur Schulchan Arucli - yns \fffV TlX'p mit Illustrationen nach pädagogischen G-esick spunkten bearbeitet von Rabbiner David Feldmann Als vor etwa Jahresfrist der Kizzur Schulchan Aruch von Rabbiner Salome. Ganztrled s. A. in der Bearbeitung des Herrn Rabbiner Feldmann,Leipzig, erschien, habe ich bereits in längeren Ausführungen auf die große Bedeutung dieser neuen Erscheinung hingewiesen, und die überraschend schnelle Verbreitung, die das Werk in ganz Deutschland S und auch in den Ländern des Ostens, sogar bis nach Amerika hin ge- I fundun hat. hat meiner damals zum Ausdruck gebrachten Meinung Recht gegeben. Besondere die mit dem Jugendunterriehl Befaßten freuten sich darüber, nunmehr ihren Zöglingen ein Lehrbuch in die Hand geben ZU können, das in gefälliger äußerer Aufmachung wesentliche Verbesserungen, i wie diu Ausmerzung der vielen Abkürzungen und die Verdolmetschung aller weniger gebräuchlichen und schwer verständlichen Ausdrücke und so manche andere Vorzüge aulwies. Mit nicht geringer Spannuni; sah man in Fachkreisen dem zweiten Teil des Werkes entgegen. Dur erste Teil hat mit den Sabbatgesetzen seinen Abschluß gefunden, während die Bearbeitung der ganzen Festgesetzgebung, der Anordnungen über geschäftlichen Verkehr, der im Eheleben zu beobachtenden Gesetze, über das Verhalten bei Familienfesten, in Krankheitsfällen und bei dun traurigen Anlässen des Lebens noch ausstand. Nun ist dieser zweite Teil erschienen. Er stellt einen stattlichen, umfangreichen Band dar. und er enthält des W issenswerten eine außerordentliche Menge. Welche Vorteile in der originellen Methode des Verfassers Heyen, den an Bich spröden Stoff durch Illustrationen anschaulich und durch spezielle Bezugnahme auf die Probleme, welche das moderne Leben und diu Fortschritte der Wissenschaft der reli| lösen Praxis zu lösen geben, interessant zu machen, das tritt in diesem zweiten Teil mit noch viel größerer Deutlichkeil in die Erscheinung. Wenn ich einen Augenblick bei den Illustrationen verweile, dann möchte ich betonen, daß z. B. die Wiedergabe der vier Pflanzenarten des Feststraußes am Hütteniest eine besonders gelungene ist. Line sehr schwierige Aufgabe hal *idi dei Autoi gestellt, als ei es unternahm, das Bild eine Mikwa wiederzugeben. Fr tut es nur mit einer Bemerkung, die beweist, daß er sich bei solchem Unterfangen einer gewissen inneren Beunruhigung nicht erwehren kann. Selbstverständlich kann der Bau und die Einrichtung einer solchen Institution von fundamentaler Bedeutung für das Judentum nur von großen Gelehrten, die ihre Kenntnisse nicht aus kleinen Rcpetitorien, sondern aus dem Talmud selbst und den Reliuionskodiz.es geschöpft haben, ausgeführt und überwacht werden. Aber der Verfasser denkt an die vielen kleinen Gemeinden, vor allem in außereuropäischen Ländern, die nicht die Möglichkeit haben, sich einen bedeutenden Talmudisten zu verschreiben. Audi sie sollen in diu Lage gesetzt werden, im Nollall sich selber helfen zu können. Und da sieht man denn an der Illustration ganz klar, wie diese heilige Einrichtung gestaltet ist, wie man ein Regenwasserreservoir schafft und dasselbe durch einen kleinen Verbindungskanal mit dem ins Bassin eingelassenen Leitungswasser in Verbindung setzt und so der religionsgesetzlichen Forderung Genüge tut. Abur wesentlicher erscheinen mir noch die Hinweise, die in der „Mezudas Dovid" Uberschriebenen Erklärung gegeben sind. Da finden solche Fragen ihre Lösung, diu urst in dun letzten Jahrzehnten aufgetaucht sind. Wenn z. B. von der Peinlichkeit, mit welcher der religiöse Mensch seine geschäftlichen Beziehungen regelt, die Rede ist, von der Genauigkeit, mit welcher, von den Vorschriften des B.G.B, abgesehen, der fromme Jude von Religionswegen jeden Schein, jedes Aktenstück behandelt, so wird dabei auch auseinandergesetzt, welche Bedeutung in dieser Beziehung dem Wechsel, dem Akzept oder der kaufmännischen Faktura zukommt. Bei der Besprechung von Speisevorsdiriften, speziell derjenigen, die für das Pessaehfest in Frage kommen, finden wir eine Mitteilung darüber, ob die Zusammensetzung bestimmter, stark in Gebrauch befindlicher Medizinen, sie zur Verwendung am Feste untauglich machen, da ist von Aspirin, von Pyramidon, von Zahnpasta und von Sacharintabletten die Rede. Fs ist erstaunlich, welche große Belesenheit der Verfasser gerade in der allermodemsten Responsenliteratur, die sidi naturgemäß mit solchen Gegenwartsfragen befaßt, zeigt Die Krönung des Werkes sind dann diu am Filde desselben angefügtetl Übersichten über diu im religiösen Leben gebräuchlichen Formulare lür Verlobungs- und Ehekontrakte, Chaliza und Bevollmächtigungsscheine, für Atteste, die die Einsetzung von Bürgschaften oder Vermächtnisse zum Gegenstand haben. Ferner sei auf diu Tabellen hingewiesen, die eine vergleichende Übersicht Uber Hohl- und Längenmaße, Uber Zeit- und Raummessungen, über Münzen und Gewichte ermöglichen. Alle in Bibel und Talmud angeführten Zeiten und Maße betreffenden Anordnungen sind alphabetisch ge irdnet, mit Belegstellen versehen und genau nach dein im bürgerlichen Leben gebräuchlichen Zeit- und Mabbestimmungen berechnet. Audi der jüdische Kalender findet liebevolle Behandlung. Das letzte Kapitel des Büches ist eine Lehre der Mnemotechnik von jüdischem Standpunkt. Wie man sein Gedächtnis stärken und der Vergeßlichkeit entgegenwirken kann, wie man mit Hilfe bekannter Bibelverse, ihrer Anfangs- oder Endbuchstaben oder ihres Zahlenwertes wichtige Einzelheiten aus dein religiösen Leben sich dauernd einprägen kann, darüber gibt der Verfasser anregende und interessante Fingerzeige. Das Buch in seiner jetzigen Vollendung bedeutet eine wesentliche Bereicherung unsererl.iteratur. Fs gehörte gewißein grolier Wagemut dazu, in heutiger Zeit so große .Mittel für die Drucklegung zu riskieren. Der Verfasser hat es olfenbar im Vertrauen darauf getan, daß die an Tora und Awoda Interessierten gerne ein kleines Opfer bringen werden, um sich in den Besitz eines Werkes von solch wertvollem Inhalt und aktisdier Verwendbarkeit zu setzen. Möge er sich in dieser Hoffnung nicht getäuscht haben. ^Rabbiner Dr. Carlebach. Müller (H3itl9llj3r^j. EinBuch für unsere Mütter. Sabbath und Feste im Garten der Kindheit. .Mit 11 Abbildungen im Text. Berlin 1925. (Philo-Verlag.) Viele jüdische Müder fühlen in ihrer Seele den Mangel einer jüdischen Tradition. Sie möchten gerne ihren Kindern zu Weckern jüdisch-religiösem Empfindens werden, aber eine unzureichende Belehrung in ihrer Kindheit hat ihnen nicht das Rüstzeug dazu gegeben. Ihnen möchte das vorliegende Buch ein Führer sein. Der durch seine biblisdien und jüdisch geschiditlichen Lehrbücher als ein ausgezeichneter Pädagoge bekannte Verfasser bewährt sidi erneut als ein vor- Zum Ciiar)aj&3!h?3St! die vornehme Zigarette

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