Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 3 u. 4 (März-April 1912)
- Date
- 1912-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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u Der Sabbath. aber wiederum bis zur Evidenz, wie sehr die jüdische i •־Stellenvermittlung nicht sowohl an einem Mangel an Vakanzen, als vielmehr an der relativ zu geringen Zahl von Bewerbern krankt. Während z. B. beim Hamburger Verein von 1858 den 25300 Vakanzen 26 700 Bewerber, tpim hfesigen kaufm. Verein den 4900 Vakanzen 5900 Bei werber•gegenüberstanden, müsseif \v1fc}die Besetzung von \ 523־ Vakanzen mit einem Material von nur 42-9 Bewerbern; versuchen. j Das sollte eine Mahnung an die jüdische Gehülfen-! Bcbaft sein, sich ijj jedem Falle bei der Centrale zu j melden und nicht — wie das leider häufig geschieht —; erstj^uf das Studium der Vakanzenliste oder auf das Ergebnis vielwöchentlicher privaterBemiihungen zu warten.! Nur wenn jede Firma sicher sein• kann, im Falle einer Vakanz.eine möglichst reichhaltige Auswahl von Be- | Werbungen bei uns zu finden, wird das Vertrauen zur ן Centrale־ in Prinzipalkreisen aufrechterhalten, dre’Anmeldüng jeder Vakanz gesichert und damit das Interesse der, Stellung Suchenden selbst gew.ahrt. Wir können die Berücksichtigung dieser Tatsachen unsren ordentlichen Mitglieder und darüber hinaus allen jüdischen Handlungsgehülfen gar ,nicht dringend genug ans. Herz legen, Ebenso sehr sollten es allerdings auch die gesetzestreuen Prinzipale als unbedingte Pflicht erachten ausschliesslich Bewerber, die auf freien Sabbath reflectieren, zü-^herücksicbtigen. * Das Gesamtresultat unserer Stellenvermittlung ist j folgendes: 7 besetzte Stellen . 29־ r 1898 1899 ״6 1900 55 1901 77 2־190 74 1־190 80 1901 100 1905 118 1906 143 1907 155 1908 168 1909 180 1910 1911 193 zusammen 1439 besetzte Stellen Wie in den Vorjahren, so haben wir uns auch diesmal bemüht, bei den durch uns vermittelten Stellen Ermitlelungen über die Höhe des gezahlten Gehaltes anzustellen. Das Resultat stellt sich wie folgt: 1 Stelle mit 2700 Mk. , 2100־ , . 1 1 9 1 15 2 5 84 96 2000 1800 1600 1500 1400 13>0 1200 ־ 1000 nnd darunter lang mit unermüdlicher Hingebung und eindringender Sachkenntnis erfolgreich geleitet. Der schönste Dank, den ihm der Verein für diese Leistungen zu zollen vermag, ist die Constatierung der Tatsache, dass der scheidende Vorsitzende es verstanden hat, die Vereinsorganisation, losgelöst von der Person eines Einzelnen, auf feste Grundlagen zu stellen und ihre nach menschlichem Ermessen dauernde Weiterentwicklung 2u sichern. An Stelle des Herrn Loeb, dem auch die Generalversammlung durch Erheben von den Sitzen Dank und Anerkennung zum Ausdruck brachte, wurde Herr Hermann Kander in den Vorstand gewählt, der im übrigen durch die Wiederwähl der turnusmässig ausscheidenden Herren Emaouel Seligmann und Dr. N. E. Weill ergänzt wurde. Der Verwaltungsrat hielt am •28. März seiue satzungsgemässe Versammlung ah. Neu gewählt wurde Herr Moritz A. Loeb-Berlin. Tn tiefer Wehmut gedenken wir, gedenkt insbesondere der Verwaltungsrat eines im Frühjahr uns entrissenen hochgeschätzten .Collegen, des Herrn Commerzienrat Benjamin Hirsch זצ־ל - Halberstadt. Mit der ihm eignenden jugendfriscben Lebendigkeit hatte der Heimgegangene von Anbeginn an die hohe praktische Bedeutung unsres Vereins für die Aufrechterhaltung der ihm so teuren, religiösen Ideale im Leben gewürdigt, und er hat unausgesetzten Anteil an der Ausgestaltung und Entwickelung unserer Instilutioneu genommen. Säin von weiten Kreisen der Judenheit gesegnetes Andenken wird auch uns unvergänglich sein. Möchte das neue Geschäftsjahr dem Verein und allen seinen Mitgliedern und Mitarbeitern die Genugtuung wachsenden Gedeihens der Vereinsarbeit bringen. Von grosser einschneidender Bedeutung wird für uns nach dieser Richtung das Schicksal des neuen Sonntagsruhe- Gesetzes sein, dessen Annahme durch den Reichstag wir im Interesse der jüdischen Gehülfenschaft nur aufs dringendste wünschen können. Der Vorstand: Jac. Rosenheim, II. Vorsitzender Eiri. Seligmann, 1■ Kassier I. Sulzbach, II. Kassier Sam. Weil, I. Schriftführer sämtlich ). .Besthoff ' Emanuel Ettinghausen Max Tannenbaum Dr. N. E. Weill Joseph Wolf. Der Verwaltungsrat: in Frankfurt a. M. 155 Gehülfen-Stellen (38 Lehrlinge) Wir bemerken dabei, dass die oft gewährte, freie Station (Kost und Wohnung) mit Mk. 50.— pro Monat bewertet wurde. Aus dem Vorstand schied zu unsrem lebhaften Bedauern gegen Ende des ßerichtsjabres der allverebrte Vorsitzende und Gründer unsres Vereins, Herr Moritz A. Loeb, infolge der Veränderung seines Wohnsitzes aus. Herr Loeb bat die Organisation unsrer Versicherungskasse sowohl wie unsrer , Stellenvermittlung mit Hülfe seiner reichen Erfahrungen 1 ׳ in mustergültiger Weise begründet und den Geschäfts- I betrieb des Vereines seit seiner Gründung dreizehn Jahre | Commerzienrat Louis Feist, Vorsitzender Emanuel Lehmann Jacob Strauss Joseph Wohlfarth Dr. Eduard Biberfeld, Berlin. I Jak. Blumenfeld, Leipzig. Ignatz Ellern, Karlsruhe. Dr. E. Frenkel, München. A Kober, Preslan. I Commerzienrat George Marx, Königsberg. Max Meyer, Nürnberg. M. L. Munk, Cöln. Ad. Nussbaum, Hamburg. H. Wollhelm, Posen. Frankfurt a. M.