Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 11 (11.1843)
- Date
- 1843-11-01
- Page
- Seite 341 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4872516-5427218-5427362--2420-4874854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
Da» Erdbeben in Galiläa. 141 eigenen Bequemlichkeit einen halb so guten Ort zu Wege zu bringen. Einige von den Verwundeten wurden her, beigeholt und vor unS hingelegt, weit früher als noch irgend ein Theil deS Gebäudes zu ihrer Aufnahme fer» tig war, und sie sind jetzt wirklich dann untergebracht, obgleich es noch unvollendet ist. Als es dunkel war, besuchte ich in der Begleitung des Priesters die Ueber» bleibsel der christlichen Bevölkerung in Safed. Es waren ihrer nie Biele, und da etwa die Hälfte ums Leben ge« kommen ist, so sind die Uebrigen jetzt in einem einzigen großen Zelte zusammengedrängt. Mehrere waren ver, mundet; Einige waren Waisen, denen wir Kleider schenk« ten, und die Bedürfnisse der armen Leute wurden so gut befriedigt, als es unsere beschränkten Mittel zuließen. Unter den noch Lebenden befindet sich ein würdiger Mann, welcher schon länge gewünscht hat, sich an uns anzuschließen, und der uns viel Interesse einflößte. Etwa vor einem Jahre hatte er darum nachgesucht, seinen Sohn in unsere Lehranstalt schicken zu dürfen; aber er war damals zu jung. AlS ich Beirut verließ, hatte ich vor, diesen Knaben auf meiner Rückreise mitzunehmen, wenn er noch leben sollte, aber ach! der betrübte Vater hatte nicht nur seinen Tod, sondern auch den seiner Mutter und seiner ganzen Familie, bis auf ein einziges Glied derselben, zu beweinen. Die Erde fuhr fort zu beben und erschüttert zu wer« den. Seit unserer Ankunft haben viele schwache und einige sehr heftige Stöße stattgefnnden. Um drei Uhr heute, während ich an dem Dache unseres Gebäudes Bret« ter festnageltc, hatten wir einen schrecklichen Erdstoß. Eine Staubwolke erhob sich über den fallenden Ruinen, und die Leute stürzten alle in Schrecken von denselben fort. Viele fingen an mit lautem Klagegeschrei zu beten,