Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 8 (8.1843)
- Date
- 1843-08-01
- Page
- Seite 255 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Züge au« dem Orient. MS Große Heerden von Schafen und Ziegen kamen in das Dorf, und wir gingen ihnen nach, um zu sehen wie sie über Nacht untergebracht würden. Die Häuser sind nichts als Hütten, erbaut aus Lehm und Koth, mit ei« ner Thür, bisweilen auch einem Fenster, die nach einem Hofe hinausgehen. In diesem Hofe legten die Heerdm sich nieder, während sich die Dorfbewohner auf den Bo» den der Hütten Matten ausbreiteten, um darauf ihre nächtliche Ruhe zu suchen. Im Hofe bilden niedere Lehmwände die Abtheilungen, welche die verschiedenen größern und kleinern Arten der Hausthiere, Ochsen, Pferde, Kameele, Ziegen, Schafe, von einander ge» trennt halten. Es war uns alles dieses um so merk» würdiger, als wir darin eine Erfüllung der Weissagung des Propheten Zephanja (2, 6) sahen: ES sollen am Meere hinab eitel Hirtenhäuser und Schafheerden sein. Ein Mann lud uns freundlich ein, in seine Hütte einzutreten und auf seiner Matte niederzusitzen. Er zeigte uns seinen Hausschlüssel, der in der gewöhnlichen Art verfertigt war. Er besteht blos aus einem Stückchen Holz, in ^welches vorne einige kleine Zapfen festgemacht sind. Dieser Schlüssel wird durch ein Loch der Thür gesteckt, und die Zapfen passen in den Riegel, der von innen schließt. Gewöhnlich trägt Jeder seinen Hausschlüssel im Gürtel. Wir fanden es nicht unwahrscheinlich, daß diese- Dorf an der Stelle deS alten Esthaol stehe, das in der Geschichte Simsons erwähnt wird, und zu dem Stamme Dan gehörte. *) Die gut gewählte Lage auf einem Fel» sen, der tiefe Brunnen, die noch erhaltenen Getreide» gruben, beweisen daß das heutig» Dorf der Ueberrest einer uralten Anlage ist. *) Nicht. »3, 26.