Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 8 (8.1843)
- Date
- 1843-08-01
- Page
- Seite 251 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachgrabung»» in Ninive. selbst in Aegypten reicher verzierte Mauern findet; in dem ganzen Monument »st kein Fuß Breite, der nicht mit Bildhauerei oder Inschriften bedeckt wäre. Die Bau« art bleibt immer dieselbe, ungeheure Platten von Gyps auS Mosul, welche 10 bis 12 Fuß im Gevierte und kaum einen Fuß Dicke haben. Ich habe unter ihrer Basis graben lassen, und mich überzeugt daß sie m'cht auf dem Backsteinpflaster oder den Platten der Gänge ruhen, sondern nur auf der natürlichen Erde des Hügels, so daß sie sich an einigen Orten gesenkt haben. Gie find an die Erde angelehnt, und dieß, verbunden mit der Enge der Gänge, läßt mich vermuthen daß daS Monument in unterirdischen Zimmern bestand, die in dem Hügel'selbst ausgegraben und mit Steinplatten be« kleidet waren. Die Figuren sind in Relief, das weniger erhaben ist, als bei griechischer Bildhauerei, aber erha« bener als in ägyptischer. Sie sind trotz einiger Steifig« keit sehr gut gezeichnet, die Bewegungen vortrefflich an» gegeben und die Muskeln stark hervortretend. Die Hände, Füße und Zierrathen sind mit großer Sorgfalt gebildet. Ich kann nicht mehr daran zweifeln, daß daS Gebäude durch Brand ist zerstört worden. Man findet auf dem Boden eine Menge Kohlen und zum Theil Reste ver« brannter Balken; die Oberfläche der Steinplatten ist durch das Feuer an vielen Orten calcinirt und zerreibbar geworden; endlich habe ich eine Anzahl kleiner Kugeln aus Thon gefunden, auf welchen eine mythologische Figur eingedrückt ist, und bei genauerer Untersuchung habe ich gesehen daß sie mit einem Loch durchbohrt sind, in dessen Höhlung man noch die Spuren einer verbrannten Schnur findet. Wahrscheinlich waren sie aufgehängt, und fielen beim Brand herab; die Figur, welche man auf ihnen sieht, ist immer die eines Menschen, der mit