Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 8 (8.1843)
- Date
- 1843-08-01
- Page
- Seite 243 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Reform der Juden. 24* keinem Gottesworte mehr fragt und zwischen Licht und Finsterniß keinen Unterschied mehr wahrnchmen kann? Manche, wenn ihnen daS thalmudische Judenthum nicht mehr genügt, ergreifen daS Christenthum; aber nicht weil sie in demselben die Vollendung der alttestamentlichen Offenbarung erkennen, sondern weil sie sin, den, der Christenglaube sei doch ein wenig »vernünfti« ger« als ihr Judenthum. Wir unsererseits freuen uns solcher Proselyten nicht. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß ein Jude fehlgreift der durch die Taufe in die Reihe der Christen eintritt, so lange ihm noch Thal* mndismus und Glaube der Väter ineinander fließen und für sein Verständniß eins und dasselbe sind. Kein Jude ändere seine Religion so lange ihm zwischen Thalmud und Bibel der Unterschied nicht klar geworden; er ist geistig noch unmündig. Würde die Reform nur ans die Weise fortgesetzt, daß Jeder der die Nothwendigkeit derselben einflcht, - sich schnell einem bodenlosen Unglauben in die Arme wirft, oder um nur eine ordentliche Religion zu haben irgendwo die Christentaufe nachsucht, so wäre die Reform nur ein Werk der Auflösung und Zerstörung, aber nichts weniger als das, wofür ihr Name sie ankündigt. Wir hingegen, mit tausend rechtschaffenen Israeliten, wünschen von Herzen eine wahre, echte und gläubige Reform deS Judenthums. Wir wünschen, daß dem Juden, der an Reform denkt, vor allem der Glaube an die Offenbarung Gottes, die an seinen Vätern geschehen ist, heilig sei. Wir wünschen, daß er den Thalmud nur weg lege um die Bibel zn ergreifen. Wir wünschen, daß die Liebe zu seinem Volke nie in seinem Herzen er«