Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 7 (7.1843)
- Date
- 1843-07-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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19« Der Ararat. darf, so möchte ich die Mächtigkeit von 20 bis 200 Fuß variierend schätzen. Die theils geschleuderten, theils von den Strömen weiter verbreiteten Stein« und Thon» erdmaffen bedecken einen Raum von mehr als 25 Werst im Umfang. Bedenkt man, daß überdieß eine bedeutende Quantität von Schlamm und Steinen in das Bett deS Karasu geflossen und von diesem Flüßchen weiter ge« wälzt worden ist, so läßt sich ohne Uebertreibung an» nebmen, daß die Gesammtmaffe der Auswürflinge dem zwanzigsten Theil der Masse deS Berges, vom obersten Ende der Schlucht an gerechnet, glcichkomme. Wäre die Ansicht des Hrn. WoSkoboinikoff, daß die Felstrüm» ' wer von den höchsten Regionen des Ararat herabgestürzt seien, richtig, so müßte die Form des Berges sich we« sentlich geändert haben: ein bedeutender Theil seiner Ungeheuern Felsmaffe müßte verschwunden sein. In Deutschland las ich bald nach der Katastrophe eine der St. Petersburger Zeitung entnommene Notiz, worin es hieß, der Ararat habe durch das furchtbare Erdbeben seine Form geändert, die drei Gipfel seien vereinigt und geebnet. Diese Angabe war falsch. Mein Begleiter, Hr. Abowian, fand die Form der drei Gipfel ganz so wie sie im Jahr 1829 gewesen war, zur Zeit als er mit Parrot den Mittlern Gipfel erstieg. Alle Armenier, alle Tataren die ich befragte versicherten, daß die Form des Ararat nach wie vor der Katastrophe dieselbe ge« blieben. Der alte Sahatel Ehatschaieff, welcher zu glauben schien, daß ich seine und seiner Landsleute Ver« flcherungen bezweifle, betheuerte mit großer Wärme, feit feiner Kindheit habe er den Ararat stets in dichtester Nähe vor Augen gehabt und die mindeste Veränderung würde ihm nicht entgangen sein. ES lassen sich gegen jene irrige Ansicht noch so manche Gründe anführen.