Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 6 (6.1843)
- Date
- 1843-06-01
- Page
- Seite 185 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4872516-5427218-5427352--2259-4874698- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r Der Ararat. 105 Oktober ziemlich ergiebige Weiden. Eine Quelle versah die Bewohner mit gutem Tn'nkwasser und diente zur Bewässerung der Gärten. Mit dem Schmelzen des Schnee'S entstand ein Bach, der durch die Schlucht hin« unterfließend in den Karasu sich ergoß. Rach der arme« nisten Tradition soll Arguri von Roah gegründet wor» den sein, als er unmittelbar nach der Sündflut die Arche verließ. Den ersten Weinstock, heißt es, habe Roah hier gepflanzt, und so wäre nach dieser Sage Arguri das älteste Dorf der Welt gewesen. Eine Werst oberhalb Arguri stand das Kloster St. Jakob, welches Parrot während seines Aufenthalts am Ararat bewohnt hatte. Die Gärten mit Fruchtbäumen reichen noch höher als St. Jakob; üppiger Graswuchs bedeckte den Boden; durch den Einfluß des Wassers war die Verwitterung des vulcanischeii Gesteines hier weiter fortgeschritten als qn andern Stellen des Berges. Rahe am obersten Ende der Schlucht befanden sich in der Tiefe große Behälter von Eis und Schnee. Selbst in den heißesten Som« wern schmolzen diese Schneemaffen niemals weg, und es ist sehr wahrscheinlich, daß sie in bedeutende Tiefen hinabreichten. Die sogenannte finstere Schlucht des Ararat mag ursprünglich durch eine Zerreißung des Berges bei einem Feuerausbruch entstanden fein. Seit Jahrhunderten aber hatte der Berg seine längst schlummernden vulkanischen Kräfte nur durch Erschütterungen kund gegeben. Die Angabe Reineggs, daß der Ararat noch am 3. Jan. und am 2?. Febr. 1785 Rauch und Flammen ausgeworfen habe, ist eine Unwahrheit dieses abenteuerlichen Reisenden, wie so viele seiner übrigen Angaben. Die ältesten Bewohner der Gegend, worunter Greise von mehr als 100 Jahren, wissen sich keines FruerauSbruchs