Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 6 (6.1843)
- Date
- 1843-06-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Der Prophet zu vergessen. Solche, in denen noch eine Liede wöhnte zu den Stätten wo sich Gott geoffenbaret und wo die Gebeine ihrer Väter ruhten, machten sich in Folge der durch Cyrus erhaltenen Erlaubniß auf den Weg. Sie gehörten meistens zu den Stämmen Juda und Benjamin und waren Angehörige des ehemaligen Reiches Juda, daher denn auch von da an der Name Israeliten oder Hebräer aus der Geschichte verschwindet, und sie Juden genannt werde». Die ganze Anzahl der mit dem ersten Reisezüge Mch der Heimath Aufbrechendrn betrug in allem kaum 50,000 Seelen; eine kleine Schaar,— wenn wir bedenken, wie Viele ruhig zurückblieben und welch eine Bestimmung diese Wenigen vor sich hatten, die nun allein das ganze Volk ersetzen und im Lande gegen die Feinde aller Art sich behaupten mußten. An der Spitze der Wandernden stand als weltliches Haupt der Fürst Serubabel, von königlichem Geblüte und Enkel des Jojachin, des vorletzten judäischen Königs. In geist, licher Hinsicht waren sh geleitet von dem Hohenpriester Josua, aus dem Geschlcchte Eleasar und Aaron. Kein Prophet begleitete diesen ersten Zug; das prophetische Wort war hier nicht nothwendig, wo Alle voll Hoffnung und Freude waren und auch über das, was zu thun sei, alle nöthige Klarheit hatten. Im zweiten Jahre ihrer Rückkehr in das Heimath« land rüsteten sich die Eingewanderten zum Wiederbau deS Tempels unter Leitung des Fürsten Serubabel und des Hohenpriesters Josua. Feierlich wurde der Grund gelegt, und viele von den ältcrn Männern, welche noch den ersten Tempel gesehen vor seiner Zerstörung durch Nebucadnezar, als sie nun der Grundlegung des zweiten beiwohnten brachen sie in helle Thränen aus, Thränen der Wehmutb über dir Vergangenheit und zu«