Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 5 (5.1843)
- Date
- 1843-05-01
- Page
- Seite 138 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Geschichl« Jerusalem«. eroberten Stadt verübten, wollen wir hier nicht im Ein« zelnen aufzählen. Nachdem die Ordnung wiederhergestellt und die Stadt gereinigt worden, war es eine der ersten Sorgen der christlichen Krieger, Kirchen nach dem lateinischen RituS kinzurichten. Es dauerte auch nicht lange, bis sich Klöster mit lateinischen Mönchen und Nonnen in Jerusalem erhoben, so wie auch in mehreren andern Theilen des Landes; und so ward die Masse vorhandener Ueberlieferungen, zu der die orientalische Kirche lange schon den Grund gelegt hatte, von dem frischer» Eifer und der irre geleiteten Gelehrsamkeit ihrer abendländischen Nachfolger von neuem ausgeschmückt und mit Zuthaten bereichert. Acht und achzig Jahre blieben die Christen im Besitz von Jerusalem, bis eS im 1.1187 durch Saladin ihnen wieder entrissen ward. Während dieses langen Zeitraums scheinen sie mehrere Kirchen und viele Klöster errichtet zu haben; von den letztern sind wenige oder gar keine Spuren geblieben; von den erstern ist außer ein paar Ruinen die Kirche zum heiligen Grabe das einzige Denkmal in der heiligen Stadt von der Macht, ja selbst von dem Dasein deS christlichen Königreichs Jerusalem. Die Kreuzfahrer fanden die Gebäude um daS Grab herum, wie sie im Jahr 1048 vollendet worden waren, eine runde Kirche mit einer offene^ Kuppel über dem Grabe selbst, und eine kleine für sich stehende Capelle über Calvaria und den andern heiligen Stellen erbaut. Diese Gebäude wurden von den Kreuzfahrern als zu beschränkt betrachtet; und sie errichteten demnach über und in Verbindung mit ihnen einen stattlichen Tempel, der den ganzen geweihten Bezirk in sich faßte; die Mauern und im allgemeinen die Formen desselben sind eS wabrscheinljch die noch heutzutage stehen. Der große