Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 4 (4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 127 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Huchgrabungrn in Rinive. "117 Ninive's zuschreiben kann. Die ausgegrabene Erde ist reich an Fragmenten von Skulpturen und Inschriften, welche ich mit großer Sorgfalt sammle in der Hoffnung sie zusammensetzen zu können, und so der Geschichte ei« nen Dienst zu leisten. Ich habe auf diese Art schon ei« nen Theil der Fragmente einer kolossalen weiblichen Figur zusammengebracht, welche reich gekleidet ist und Ohrringe und Fußbänder trägt. Ich habe auch zahlreiche Frag« mente von Skulpturen aus einem schwarzen, kieselartigen Kalkstein und von sehr schöner Arbeit gefunden. Ich habe Ihnen noch die Art zu beschreiben, in wel» cher das Bauwesen ausgeführt ist, und dieß ist nicht das wenigst merkwürdige an dem Ganzen, denn ich kenne nichts der Art: das Gebäude erhebt sich auf einem Bo« de», der-aus Einer Reihe von großen gebrannten und mit Keilschrift versehene» Backsteinen besteht; unter ihnen - findet man eine Lage von feinem Sand von etwa 6 Zoll Tiefe, die auf einen andern Boden von Backsteinen aus« gebreitet ist, welche in mehreren Schichten auf einander liegen, und stark mit Erdpech zusammengekittet sind. Dieser Sand ist offenbar mit irgend einer Absicht hier aus» gebreitet worden, denn er muß vom Tigris hergebracht worden sein, aber ich begreife nicht zu welchem Zweck. Die Mauern bestehen aus großen dünnen Platten von marmorartigem GypS, demselben, den man in der Nähe von Mosul findet; zwischen diesen Platten findet sich nichts als Erde. Auf diese Art ist daS ganze Mauer« werk äußerlich bekleidet, und innerlich mit thonartkger Erde auSgefüllt. Diese trägt keine Spuren davon, daß sie eine Masse zerfallener Backsteine wäre, und meine Arbeiter sagen mir, daß die Erde mit Kalk gemischt sei, und daß man noch jetzt in Mosul so baue. Diese Bau» art ist jedoch sehr wenig haltbar, und bildet einen son»