Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 2 (2.1843)
- Date
- 1843-02-01
- Page
- Seite 42 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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42 £>a( tausend,ührige Reich. Worte so gewendet haben, daß sie jeden unbefangenen Hörer und Leser zu dem Schluffe führen: Also kommt eine Zeit, wo die Zertretung Jerusalems endet und die Erneuerung dieser Stadt beginnt. Dieses eineBeispiel mag genügen, zu zeigen, daß es auch in den Reden Jesu an Winken nicht mangelt für die richtige Auffassung der Zeitverhältnisse in Beziehung auf die letzten Dinge; daß die Apokalypse dazu bestimmt ist, die Aussicht in die Zukunft in bestimmtere Umrisse zu bringen und namentlich auf ein gedehnteres Anseinanvergehen der Zeiträume die Gemüther vorzubereiten, haben wir sonst schon gesagt. Da aber einmal in der Kirche die Ansicht Platz gegriffen hatte, daß das Reich Gottes ein unsichtbares sein und bleiben müsse, und daß eS nie auf Erden zu einem Siege gelangen werde, so konnte die Wiederkunft Christi nnr noch den Zweck haben, Astes was da ist aufzulösen, zu richten und zu enden. Dieses ist auch die Ansicht, welche sich in der Kirche als die geltende feftgestellt hat. Alles was man noch bevorstehend glaubt, ist der einzige jüngste Tag, welcher nach der gangbaren. Vorstestung die Wiederkunft des HErrn, daS Gericht und das Ende der Welt — aste letzten Dinge in einem und demselben Zeitpunkt zusaminenfaßt nnd in sich vereinigt. Zu allen Zeiten ist zwar immer wieder von dem tausendjährigen Reiche die Rede geworden. Theils haben sich die fleischlichen Erwartungen wieder Bahn zu brechen gesucht, theils ist das Richtige: ei» reiner Sieg des Evangeliums auf Erven in der Kraft des Geistes — erkannt und dieser Wahrheit Zeugniß gegeben worden; doch bat diese Erkenntniß nie zu allgemeiner kirchlicher Anerkennung zu gelangen vermocht. Zu Ende des 17. Jahrhunderts bewies I. W. Peterscn, Superintendent in Lüneburg, auf gelehrtem Wege den Theologen seiner