Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 1 (1.1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Da« Manna. Landesbewohnern, deren Sprache er gewöhnlich unmittelbar nicht einmal versteht, sich aufzeichnet, so wird noch manche bis jetzt dunkle oder nur halb erhellte Frage in ihr sicheres und klares Licht treten. So viel ist einstweilen gewiß, daß das Manna, welches die Israeliten aßen, mit dem Baum-Manna, daS wir kennen, große Aehnlichkeit hat, daß aber nach der ganzen Darstellung der Sache in den Büchern Mose von einem solchen, an den Tamarisken, Zweigen klebenden Manna für die Israeliten durchans nicht die Rede sein kann. Gin dem Baum-Manna ähnlicher, verdickter, in Körner geformter, würziger und nahrhafter Saft, hat wie Thau in der Morgenkühle um das Lager Israels auf dem Felde aus der Lust sich niedergeschlagen. Das ist die, von Mose uns berichtete Thatsache. Ob nun dergleichen nur damals geschehen ist und nichts im mindesten Aehnliches heutzutage noch geschieht, oder ob saftige, thauähnliche Luftniederschläge auch jetzt noch stattfinden, — das ist es was den künftigen Forschern zu untersuchen überlassen bleibt. Da auch sonst bei den biblischen Wundern nicht sowohl Neues und ganz Unbekanntes erschaffen, als vielmehr daS Vorhandene und Gegebene durch die gegenwärtige, schaffende Kraft Gottes wunderbar umgestaltet und erweitert wird, so ist an sich wahrscheinlich, daß die Manna-Bildung, die in so großer Menge zu den Zeiten des israelitischen Zuges stattfand, nicht ohne alle sonstige Analogie und fortwährende Aehnlichkeit sein werde. Wenn wir entdecken, daß die Bildung eines Manna-Niederschlages im Lufträume, hie und da, unter gewissen Umständen, auch jetzt noch sich wiederholt, so verhält sich dann zu dieser Erscheinung das Manna der Israeliten, wie die fünf Brote zu der Ernährung von Tausenden, indem eine Naturerscheinung, welche sonst