Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 11 (11.1842)
- Date
- 1842-11-01
- Page
- Seite 336 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Sela. hielt dieses Land keine unabhängige Existenz; der Handelsverkehr suchte sich andere Bahnen; die srühern großen Verbindungswege wurden verlassen, und die ganze Gegend fiel zuletzt den nomadischen Horden der angränzenden Wüstebewohner anheim, deren Nachkommen sie noch im s Besitz haben. Ob nun Petra durch die grausame Wuth der fanatischen Eroberer unterging, oder ob eS schon früher bei irgend einem Einfalle der Wüstenhorden zerstört worden war, ist völlig unbekannt. DaS Schweigen aller arabischen Schriftsteller selbst über die Existenz von Petra könnte für die letztre Annahme zu sprechen scheinen; denn hätte die Stadt noch ihre Bedeutung behalten, so könnten wir kaum erwarten, daß sie dieselbe ohne irgend eine Notiz in ihren Nachrichten über das Land und seine Eroberung sollten übergangen haben. Wie dem auch sein mag, dieses plötzliche und gänzliche Verschwinden sogar des NamenS und' jeder Spur einer so berühmten Stadt bleibt immer einer der auffallendsten Umstände.in ihrer Geschichte. Von der muhammedanischen Eroberung jener Gegenden an bis auf die Zeit der Kreuzzüge fällt kein Funke historischen Lichtes auf diese vergessene Stätte. Die Züge der Kreuzfahrer ließen vorübergehend ein paar matte Strahlen in die sonst völlige Dunkelheit fallen. Während des zwölften Jahrhunderts drangen sie zu verschiedenen Malen in die Gegenden östlich und südlich vom tobten Meer ein, und hielten Theile derselben eine zeitlang im Besitz. Dazumal war daganze Land östlich vom Jordan den Kreuzfahrern unter dem Namen Arabien bekannt; den nördlichen Theil um Bozra nannten sie Arabia prima; die Gegend um Kerak (im Osten des tobten Meers), Arabia secunda, und die weiter südliche, Arabia tertia oder Syria Sobal (Djebal).