Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 10 (10.1842)
- Date
- 1842-10-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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J94 Der Prophet Habakuk. Jojakim blieb in seinem Pflichtverhältniß zu Nebukadnezar nicht länger als drei Jahre (bis 603), dann wandte er sich zu dem, schon von mehrern Propheten so nachdrücklich bekämpften ägyptischen Bündnisse. Es mochte Jojakim um so eher von dem Pharao Unterstützung er» warten, da ihn der ägyptische König auf den Thron gesetzt; auch mußte ein Schutz von dorther ungefährlich erscheinen, weil er nicht leicht in Unterjochung ausarten konnte, da zwischen dem Lande Israel und Aegypten ' die Wüste eine nicht so bald überschrittene Kluft befc« stigt und überhaupt die ägyptische Politik keine eroberungssüchtige war. Daß die Propheten abriethen und warnten, und daß schon das Gesetz Mose's jede Wie« deranknüpfung mit Aegypten als ein Unglück und einen Fluch darstellte, — daS brachte ein Jojakim und sein Hof nicht in Anschlag. Nebukadnezar war eine Zeitlang mit kriegerischen Unternehmungen im tirfern Osten beschäftigt, als er aber ums Jahr 599 seine Waffen gegen das Reich Juda wandte, blieb die Hülfe Aegyptens aus. Juda erfuhr, daß schon des assyrischen Sanheribs Diener vor mehr als hundert Jahren Recht gehabt hatte, wenn er die Unterstützung, welche die ägyptische Macht gewähren würde, mit einem spröden Rohrstabe verglich, der schön gleißt, aber dem, der sich darauf lehnt, mit seinen Splittern die Hand durchbohrt (Jes. 36, 6.). Mitten in der entstandenen Verwirrung starb Jojakim, und ihm folgte auf dem Throne sein Sohn Jojachin, ein unverständiger Jüngling von achtzehn Jahren, Unfähig der andrängenden Macht Nebukadnezars, der seines Vaters Abfall zu strafen kam, einen namhaften Widerstand entgegenzusetzen und von Aegypten im Stiche gelassen, blieb ihm nichts übrig, als der Ucbermacht sich zu un-