Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 278 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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378 Die Nestvrianer. auf die Entfernung von etwa einer Stunde vor uns sahen. Meine nestorianischcn Begleiter erklärten mir, daß sie nun umkehren müßten, um nicht von den Kurden entdeckt zu werden. Sie hatten im Sinne, in einem verborgenen Thalgrunde sich während des Tages zu verstecken, und bei Nacht sich wieder zurückzuschleichen, was ihnen auch, wie ich seitdem erfahren habe, glücklich gelungen ist. Ich verzehrte noch einen Bissen Brot und Käse aus der Reisetasche meiner Begleiter, gab ihnen den versprochenen Lohn und empfahl sie Gottes Obhut. Sie küßten mir alle die Hand beim Weggehen und baten mich, ihnen von meiner glücklichen Ankunft in Amadieh schriftliche Nachricht zukommen zu lassen, damit sie dieselbe dem Patriarchen vorlegen könnten. Zugleich versprachen sie mir, so lange noch auf dieser Stelle zu verweilen , bis sie mich aus den Augen verloren, um mich gegen etwa nachsetzende Kurden zu schützen. Ich eilte den Berg herunter so schnell vorwärts, als es der steile, holperige Boden gestattete. Bei einem kleinen Dörfchen am Fuße des Berges ruhte ich eine Weile, setzte dann meinen Weg durch ein schmales, mit grünenden Gärten besetztes Thal fort und erstieg die Festung. Mit eineut Herzen voll Dank für alle erfahrene Durchhülfe ging ich zu dem Thore von Aamdieh ein. Der Gouverneur erinnerte sich meines frühen« Besuchs und nahm mich in seiner Wohnung auf. Ich besuchte den nestorianischen Priester, welcher sehr wünschte, wir möchten hier eine Station errichten, weil von römisch-katholischer Seite gegenwärtig alles mögliche versucht wird, »m die nock, nicht unirten d. h. in den römischen Verband gezogenen Restoria« .ncr dahin z» bringen, daß sie dem Papste sich unterwerfen. Die hier herum wohnenden Nestorianer, welche nicht — wir ihre Brüder in den Bergen — unabhängig