Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 224 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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r it4 Züge ju6 kein Orient. aus der Betrachtung der Scherbe», daß unsere guten Vorsätze in der Einsamkeit der Wüste eben so wie im Getümmel der Welt dem Zusammenbrechen ausgesetzt sind, wenn sie nicht durch eine andere, höhere Kraft gestützt und gehalten werden als die unsrige ist. Und ähnliche Erfahrungen machte in der Wüste auch ich. Aber dieselbe Reizbarkeit, welche die Aufwallungen der schlimmen« Art begünstigte, gab auch, ich darf dieß nicht verschweigen, den Gefühlen der Andacht eine flammende Kraft, wie ich sonst nur selten sie empfunden. Dieß ist die allgemeine Schilderung eines Lebens in der Wüste; eines Lebens das sich in den verschiedensten Gegenden des sandigen Afrikas wie Asiens gleich bleiben würde. Bei unserer dießmaligcn Reise kam noch ein andere- Moment hinzu, welches den Gefühlen der letzten«, bessern Art eine beständige Nahr««ng gab; das war die Erinnerung der großen Thaten Gottes, welche einst diese Einöde verherrlichten. Auf die ganze umgebende Gegend fällt ein Licht der alten, heiligen Geschichte, dessen Strahl jeden einzelnen Felsen «ind Sandhügel verklärt und zu einem Denksteine der großen Errettungen weiht. Wirkte doch selbst die Zeit des Jahres, in der wir uns eben befanden, *) erhebend auf die innere Stimmung ein; es war jene, die wie ein d««nkles Gewölk dem Hervorbrechen des TageS der Herrlichkeit vorangeht; die Zeit des Zorngerichts über Aegypten, auf welche das Passah und die Erlösung auS der Hand deS Feindes folgte, für uns Christen die Zeit der Passion und der Fasten, deren Trauer in der Siegesfeier des AufcrstehungSfestes sich auflöst. *1 Mitte Februar.