Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 208 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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»08 Orr Samum. schon die Hitze mir ins Gesicht schlagen. Ausgestreckt auf der Erde lagen wir alle wie tobt, bis der Führer rief, der Samum sei vorüber. Der purpurfarbene Ne» bel war auch wirklich über uns gegangen, und nun war blos ein leichter Wind übrig, der jedoch so heiß war, daß wir beinahe erstickten. Ich konnte deutlich merken, daß ich von der Luft des Samum eingeschluckt hatte, und bekam davon eine Engbrüstigkeit, von wrl» cher ich erst nach zwei Jahren befreit ward, da ich das warme Bad bei Poritta in Italien brauchte. Wir wur» den durch dieses Ereigniß so crscbreckt, daß wir uns für gänzlich verloren hielten, wenn ein einziger solcher An» fall wiederkehren sollte». »Den 18ten schien es als ob der Samum sich wieder einstellen wollte, er ward aber durch kühle Windstöße vom Norden unterdrückt». »Den 20sten nm 11 Uhr zeigte sich wieder ein Vorbote zum Samum, und nach drei Viertelstunden rief der Wegweiser: »Samum!» Meine Neugierde gestattete mir nicht niederzufallen, ohne mich zuerst umzusehn. Ich sah in Südost denselben gefärbten Nebel, der jedoch nun einen blauen Streif am Rande hatte. Der Samum ging schnell vorüber, aber der Wind hielt bis um 3 Uhr an. Die folgende ganze Nacht waren wir von seiner schädlichen Wirkung krank und so abgemattet, daß wir kaum unsere Kameele zu beladen vermochten». »Den 21ten gegen 11 Uhr kam der Samum wieder von Südost. Der blaue Nebel ging über unS und der Wind hielt zwei Stunden an. Stillschweigen und Gleichgültigkeit gegen das Leben folgte bei uns als Wirkung dieser Naturerscheinung. Ich fing nun auch an zu befürchten, daß Niemand von uns lebendig aus dieser - Wüste hinauskommen würde. — Den folgenden Tag kam