Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 6 (6.1842)
- Date
- 1842-06-01
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Dir Vrv-Itrruiig Palästina». II. Die Lage zwischen den großen vorderafiatischen Reiche« und Aegypten. Jedes Volk, welches die Herrschaft in Vorderasien erlangte, strebte nach dem Südwesten hin sich auSzubreiten und Aegypten zu unterjochen. Die großen Staaten Vorderasiens entstehen durch Völker, welche vo» dem Rordosten kommen, von gebirgigen Gegenden, und den auf ihnen entspringenden Flüssen nachgehen, sich in den Besitz deS Euphrat, und TigriSlandeS setzen, weder von den Hochebenen östlich vom Tigris, noch auch von den Wüsten Arabiens angezogen werden, sondern den fruchtbaren Gegenden Syriens, Palästina's und besonders AegyptenS sich znwenden. Sie folgen dem vorgeschriebenen Wege, den der Handel langst benutzte, drängen sich von DamaSk her in Palästina hinein, in daS schmale Land zwischen den östlichen, unwirthbaren Steppen nnd dem Mittelmeer. DaS haben die Assyrer, die Skythen, die Chaldäer und die Perser gethan. Was Herodot von Einrichtung und Massen persischer Heere erzählt, ist bekannt. Ohne Zweifel gilt dasselbe von assyrischen, skythischen und chaldäischen Heeren. Sie bestehen aus ungeordneten Schaaren, und gleichen wandernden Völkern; durch Menge und Unordnung sind sie die Plage der Länder, durch welche ihr Zug geht. Palästina, der schmale Keil zwischen der östlichen Wüste und dem Meere scheint kaum groß genug, den sich in daS kleine Land auf ihrem.Zug nach Aegypten hineindrängendcn und concentrirenden Heeren den Durchzug zu gestatten. Und beim Durchzuge blieb eS nicht allein, gar oft verweilten sie längere Zeit im Lande. Denn 11 waren die Eroberer gezwungen sich in den Besitz der starken und mächtigen Küstenstädte zn setzen, um feste Stützpuncte für die Unternehmung gegen Aegypten zu gewin-