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Das Morgenland · 1842-03-01 · 3 (3.1842) · p. Seite 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
3 (3.1842)
Date
1842-03-01
Page
Seite 78 (sequence 14)
Language
German
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78 Di« neftvriamschtn Ehristen. hätten, mit denen sie unter dem Wasser fahren, und solche, die sie vor den Feinden unsichtbar machen könnten. Sein Verlangen nach Belehrung freute mich sehr, und ich hoffe, wir sind bald im Stande, dem Verlangen zu entsprcchen, das sich fortwährend kund gibt nach Büchern und Schulen, Bibeln und Leseunterricht. Es ist eine wirkliche Begierde vorhanden nach Geistesnahrung. Der Priester des Dorfs besuchte uns oft und legte ei» lebhaftes Interesse an den Tag für unsere Plane und Bestrebungen zu Gunsten seiner Landsleute. Er selber bemüht sich ein heiliges Leben zu führen, und hat ein Gelübde auf sich genommen, nicht unähnlich dem der Nasiräer bei den Juden. Er genießt kein Fleisch noch irgend eine thierische Nahrung, trinkt keine Milch und meidet selbst das Oel. Solche Gelübde sind freilich etwas sehr Seltenes, und da sich damit auch die Ehelosigkeit verbindet, so kann man sie als einen Ueberrest der wenigen Klöster betrachten, welche früher unter diesem Volke bestanden. Gelübde der Ehelosigkeit kommen bei Frauen, aber nur äußerst selten vor; von Nonnenklöstern weiß man ganz nichts. Den 23. Oktober war ich angenehm beschäftigt mit Berathung der Kranken, und geselliger und religiöser Unterhaltung mit dem Volke. Die Lage deS Dorfes ist lieblich romantisch; es ist nicht eines der größten, aber andere liegen nicht ferne, und so fehlte es mir nicht an Gesellschaft. Gemächlich saßen wir auf der Erde oder eigentlich auf grobeu Filzteppichcn, welche auf dem Boden ausgebreitet waren, und nahmen unser einfaches Mahl gemeinschaftlich aus einer großen hölzernen Schüssel, wobei wir nns zum Theil hölzerner Löffel, zum Theil unserer Finger bedienten. Die Frauen zeigten sich umgänglich und begegneten unS freundlich. Die verstorbene Frau meines Wirths

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