Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 1 (1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Dir neftvrianischen Ehristen. I» machen. Doch Gott erhörte mein Gebet und der Weg zu diesem Volke wurde mir auf wunderbare Weise bereitet. Das einzige Individuum dieses entlegenen Menschenstammes, das mir je zu Gesichte gekommen, war ein junger Nestorianer, der, gänzlich blind, mich ein Jahr zuvor in Urumiah ausgesucht hatte. Er äußerte, er habe nie gehofft, das Tageslicht zu sehen, biü mein Name in seiner Gegend erschollen sei und man ihm gesagt habe, ich könnte Blinde heilen. Unermüdlich suchte er sich nun von Dorf zu Dorf Jemand, der sein Handlciter sein wolle, und erreichte nach fünf oder sechs Wochen Urumiah, wo ich mich aufhielt. Ich befreite seine Augen von dem Staar und sehend kehrte er in seine Gebirge zurück. Kaum hatte ich jetzt das erste Dorf deS ncstorianischen Gebietes betreten, da hörte dieser Jüng, ling von meiner Ankunft, kam mit freundlichem Lächeln und trug in der Hand ein Geschenk von Honig als Zeichen feiner Dankbarkeit; durch ihn war ich nun sogleich in das Vertrauen und die Zuneigung seines Volkes ein« geführt. Man geleitete mich in das Haus des angesehensten Dorfbewohners; dasselbe war, wie alle andern hier zu Lande, aus Steinen erbaut, die in Lehm gelegt waren. Es hatte zwei Stockwerke in der Höhe, nnd in jedem zwei oder drei Zimmer; das Dach ist eben. Wir fetzten uns aus den Boden in einem geräumigen Söller, der als Empsangzimmer und als Wohngemach dient zur Sommerszeit, für den Winter aber etwas zu luftig ist. Man setzte uns Speise vor in einer großen hölzernen Schüssel; sie wurde auf die Haut einer wilde» Ziege oder Steinbock gestellt, welche auf den Boden ausgrbreitet wurde mit der haarigen Seite unterwärts, und die gelegentlich alS Tisch und alS Gewand dienen muß. Rund um unfern