Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 11 (11.1841)
- Date
- 1841-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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3S6 Krrode« der Große. Angst, die ihn gequält. Darum erwähnt auch Josephns nichts von dem bethlehemitischen Kindermord. Um dieselbe Zeit, und noch ehe von Seite deS Kaisers eine Antwort eingetroffen war in Betreff des Antipater, verfiel Herodes, bereits um 70 Jahre alt, in die schwere Krankheit, welche seinem Leben endlich ein Ziel setzte. Sein Uebel wird uns von den alten Schriftstellern als eine entzündliche Vereiterung der Gedärme und anderer Theile des Unterleibs beschrieben, welche dem kranken Könige entsetzliche Leiden verursachte. Außerdem schwollen und troffen ihm die Füsse von einer scharfen Feuchtigkeit; der übelriechende Athem ging kurz und die Brust war beklemmt; in den Gliedern wühlten schmerzhafte Krämpfe. Dabei hatte er außerordentliche Eßlust. Er selbst hoffte noch für sein Leben, zog die geschicktesten Aerzte zu Rathe und folgte pünktlich ihren Vorschriften. ES wurde ein Versuch gemacht mit den Bädern von Kallirrhoc. *) Aber Herodes kounte das Bad nicht ertragen; er wurde nach Jericho geschafft und lag dort hoffnungslos. Er selbst sah nun den nahenden Tod vor sich, blickte ihm aber mit verzweifelnder Seele entgegen. In Jerusalem hatte sich das Gerücht von seinem hoffnungslosen Zustande verbreitet, und sofort ermunterten zwei angesehene, pharisäische Lehrer ihre Schüler dazu, einen goldenen Adler, welchen HerodeS über eines der Tempelthore hatte befestigen lassen, herunter zu brechen. Dieses unzeitige und verwegene Hervortreten wurde auf Befehl des kranken Königs grausam bestraft; es zeigte aber dem Sterbenden, mit welcher Ungeduld man sein *1 Lin warme« Mineralbad am östlichen Ufer de« todten See, reffen heilkräftige« Wasser nun seit Jahrhunderten, ohne einem Menschen i» nützen, in der Luft verdampft und in den todten See strömt.