Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 10 (10.1841)
- Date
- 1841-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427312--1576-4874039- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
306 Herode» der Große. Während dieser Reise deS Herodes waren Alerandra und Mariamne wiederum der strengsten Obhut anvertraut, und zwar diesesmal einem gewissen Sohemus, welchem er traue» zu können glaubte. Dieser hatte den gleichen Austrag, wie früher Joseph. Die Frauen versuchten ihre Kunst an Sohemus, und er, in dem Wahne, daß Herodes vor Augustus, als Antonius Anhänger, keine Gnade finden und also ihn auch nicht werde bestrafen können, entdeckte sein Geheimniß. Als nun Herodes mit Glück und Ehren gekrönt zurückkehrte, fand er im häuslichen Kreise nur Argwohn, Mißtrauen, Kälte. Seine Schwester Salome und seine nochlebende Mutter Kppros thaten ihr mögliches ihn von Mariamne abzuziehen, denn weil sie und ihre Mutter Alerandra mit alt-makkabäisch cm Stolze auf die edomitische Procuratorsfamilie herabsahen, so glimmte eine giftige Zwietracht in dem Frauen, kreise, von dem Herodes umgeben war. Endlich erfuhr er, daß Sohemus während seiner Abwesenheit, wie früher Joseph, den Frauen, welche seiner Obhut anvertraut gewesen, das Geheimniß ihres möglichen Looses mitgetheilt habe. HcrodeS glaubte sich zu der Annahme berechtigt, cs müsse Mariqmne mit SohemnS in ehebrecherischem Verhältnisse gestanden haben, denn anders weiß er cS nicht zu erklären, wie es möglich geworden, daß sein getreuer Sohemus die Pflicht der Verschwiegenheit gegen ihn verletzt habe. Die augenblickliche Hinrichtung ditses seines Dieners genügte ihm nicht; sein Zorn kehrte sich auch gegen Mariamne. Es ist leicht begreiflich, daß diese, auch ohne die Einwirkung ihrer Mutter Alerandra, jede Neigung zu ihrem Gemahl mußte verloren haben, der seinen Staatszwecken und der Erhaltung seiner persönlichen Herrschaft so vieles schon geopfert hatte, und alles zu opfern bereit war. Unter HerodeS Schwert