Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 9 (9.1841)
- Date
- 1841-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Di« Juden und ihr Baterland. ~ )81 »Mehr alt sonst zu irgend einer Zeit — sagt der Eorrespondent des erwähnten Blattes, — das kreuzzügliche Mittelalter nicht ausgenommen, sind jetzt die Blicke aller Welt auf Palästina gerichtet, ans das heilige Land, auf daS Land der Israeliten, das man jetzt unter dem Ramen Syrien mitbegreift. Palästina ist der eisernen Herrschaft Mehemed Ali's enttissen, dem tyrannischen Joche Ibrahims und seinen grauenhaften Erpressungen für immer entzogen; dafür garantiren die vier größten Mächte Europa's, dafür bürgt die welthistorische, wun» derbare Entwicklung, die sich in diesem Lande der Wun- ' der zu enthüllen beginnt. Aber nicht für Abdul Medschid, für den Sultan zu Konstantinopel, überhaupt nicht für den Islam hat die Civilisation Europa's gesiegt. Die Versuche der Türkei, dieses Land als Provinz des großen Sultanrciches zu betrachten und eine türkische Herrschaft zu organisiren, ist nach den neuest«, Nachrichten gänzlich mißlungen. Das heilige Land ist buchstäblich herrenlos; es ist eine Zeit, in der nicht König, nicht Herrscher, nicht Richter in dem Lande Israel waltet; die türkischen Beamten werden von den Einwohnern aus dem Lande gefegt. Die Völker des Libanon, die Maroniten und die Drusen, fühlen, daß sie in diesem Lande geboren sind und wollen sich nicht mehr beugen vor einem fremden, eingedrungenen Stamme; die verschiedenen christlichen Bekenner Palästina's wollen frei in ihrem Glauben, ungehöhnt in ihrem Gottesdienste und unbeschränkt in ihren Sitte« leben, und schon leben sie so. Die Anwesenhn't der mächtigen englische« Flotte gewähtt ihnen hinlänglich Schutz vor Gewaltthat, und dem Divan zu Konstantinopel ist von den vier Mächten die Berathung oder vielmehr die Beschließung aufgegeben worden, die bereiteristirende Religionsfreiheit der Ehri-