Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427308--1499-4873964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dimson 231 von seinen muthloscn Zeitgenossen sich aufgegeben und verlassen sah. Auf ihn selber wirkte diese Erfahrung nicht entmuthigend zurück. Er war zn sehr von dem Eifer durchglüht, der ihm als göttliche Mitgabe zu Erfüllung seines schweren Lebenszweckes verliehen war. Aber eine andere nachtheilige Wirkung erkennen wir, welche dieses Vereinzeltstehen auf Simson äußerte. Wir meinen seine verschiedenen Verhältnisse zn Frauen auS dem feindlichen Volke. Bei der ersten Verbindung, welche er in Thimnath cinleitete, scheint er noch nicht eigentlich auS dem rechten Wege gewichen zu sein, denn obwohl eine Heirath mit einer Heidin im Gesetze verboten war, so wissen wir ja wie man in jener Zeit das Gesetz so wenig kannte und beobachtete, und wir können uns wohl denken, daß bei der Dienstbarkeit der Israeliten gegen die Philister von einem Festhalten an den religiös-gesetzlichen Bestimmungen in dieser Hinsicht um so weniger konnte die Rede sein. Ueberdieß wird unS (Nicht. 14, 4.) der au«, drnckliche Wink gegeben, daß ein eheliches Verhältniß dieser Art auf providentielle Weise dazu haben dienen sollen, Simson mit dem feindlichen Volke in Kämpfe zu verwickeln und ihn so in seinen eigentlichen Beruf einzuführen. Jndeß wurde ihm die Beziehung zu dem weiblichen Geschlechte im heidnischen Volke zum Fallstricke, und wir brauchen hier nicht weiter nachzuweisen, wie eine Thorheit die andere nach sich zog, bis endlich der starke Held erlag, umgarnt von der Tücke einer arglistigen Frau. Wir glauben, wenn auch nicht die einzige, doch eine wesentlich mitwirkende, Ursache des Falles und Untergangs dieses ManneS, welcher durch seine Verflechtungen mit Frauen der Philister unmittelbar veranlaßt wurde,