Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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I }|0 Die Kurden der Soldat seine Obrrkleider sammt dem Mantel als Gurt um die Hüften, was gar nicht übel ist. Die Ge, wehre sind schlecht, und machen wenig Anspruch zu treffen; auch zielen die Leute gar nicht. Während man das Dorf stürmte, bemerkte ich einen, der mit abgewandtem Gesicht in die blaue Luft hinein feuerte. »Arkardasch — Eamerad — sagte ich, wohin hast du denn eigentlich geschossen?» »Sarar-jok ßabam — es schadet nichts, Väterchen — insrhalla vurdu I — will's Gott, so hat's getroffen» — antwortete er und feuerte rasch noch eins in derselben Richtung. Es ist aber auch wahr, daß wir die meisten Verwundeten von unfern eigenen Kugeln hatten, die immer von hinten über uns wegpfiffen.» Unter den Umständen, wie sie aus dem Bisherigen sich ergeben, und nach den Vorgängen allen, welche wir berührt, ist es nun gar nicht zu verwundern, daß im Frühlinge dieses laufenden JahreS die Nachricht von neuen Aufständen der Kurden nach Europa gelangte. Näheres und Genaues wissen wir freilich nicht, werden eS vielleicht auch nie erfahren; .stellen wir aber die vorhandenen Berichte zusammen und suchen wir auszumitteln, welches der wahrscheinliche Sachverhalt sein möge, so ergibt sich folgendes. Ein Redif-Regiment, d. h. ein Regiment neuerrichteter türkischer Landwehr, welches Kurdistan hüten sollte, wurde angegriffen, wehrte sich aber nicht, sondern lief auseinander, also daß nur der Oberst mit sieben Mann nach Konstantinopel zurückkam. Da diese Redif-Regimenter auö Familienvätern gebildet sind, welche auf Hunderte von Meilen ihrem heimischen Herde entführt werden, so zeigen sie bei allen Gelegenheiten große Unlust zum Kampfe und suchen einem Dienste zu entrinnen, der