Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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J04 Dir Kurten. dir Unterhaltung in kurdischer Sprache geführt, als ob nur ein Mißverständniß obgewaltet. Sayd ist ein großer, schöner Mann mit ausdrucksvollem Gesicht; seine kleinen Augen blitzten in der Versammlung umher, aber sein Gesicht war vollkommen ruhig--. Das Schloß wurde sofort von den Türken verbrannt und geschleift. Bei Gelegenheit dieses Kampfes erwähnt Hr. v. M. einiger Züge, welche die heillos vernachläßigte Verpflegung in einem türkischen Heere so deutlich zeigen, daß wir sie mit seinen eigenen Worten wiedergrben müssen: »Unter dem Thore fdes eroberten Schloffest trat mir ein Kurde entgegen, der seinen verwundeten Bruder trug; der'arme Mensch war durchs Bein geschossen, und sein Führer erzählte mit Thränen in den Augen, daß er sich nun schon den siebenten Tag hinquäle. Ich ließ den Feldscherer kommen: --Es ist ja nur ein Kurde--, sagte dieser zu wiederholten Malen mit stets gesteigerter Stimme, wie man zu jemand sagt: »begreifst du nicht, daß du Unsinn forderst»? — Es ist aber auch wirklich schändlich , 3000 Mann * **)) ins Feld zu schicken, begleitet von einem einzigen, unwissenden Barbier. Einer unserer Artilleristen wurde schon vor acht Tagen überfahren; noch heute weiß Niemand, ob das Bein gebrochen, verrenkt oder nur gequetscht ist; der Mensch liegt ganz hülflos in seinem Zelte. Obschon nun aber nach dem Falle Sayd-Bey's kein bedeutender Häuptling mehr übrig war, der im Aufstand *) Go stark war da», |u Belagerung de» Schlöffe» abgeorduet« Evrp«. **) Kein Wunder, wenn dann die Leute auf dem Schlachtfelke auch nicht Stand halten, da fie rum voran» wiffen, daß der Verwundete ohne alle Pflege gelaffen wirk.