Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Oie Insel Kreta. sonst wahrscheinlich den kürzer» gezogen hätten, zu Hülfe kam und dem Aufstande ein Ende machte. Seitdem blieb Mehemed Ali im Besitze Kretas, mit Zustimmung der christlichen Mächte. Mit diesem Herrscherwechsel war aber auf der Insel weder den Einen noch den Andern gedient; die Türken, welche nur einen Drittel der Be« völkerung ausmachen, waren nicht zufrieden, statt des Sultans den Pascha von Aegypten zum Herrn zu haben, und die Griechen etwa 100,000 Seelen stark, konn« ten es nicht verschmerzen, daß sie nicht unabhängig sein, oder einen Thcil des neuen griechischen Reichs ausmachen sollten. Ein gelehrter Engländer, der im Jahre 1834 die Insel bereiste, erzählt, daß die christlichen Mönche sich gegen ihn äußerten: »Wir sind Sklaven jetzt wie ehemals; die christlichen Mächte haben uns betrogen; wir haben nur einen Beherrscher für den andern eingetanscht». Der von Mehemed Ali nach Kreta geschickte Befehlshaber, Mustapha Pascha, wird als ein gerechter und milder Mann geschildert, der Vicekönig setzte ihm eine sehr hohe Besoldung aus, und Mustapha war demnach auch der Nothwendigkeit überhoben, sich, wie dieß ehemals der Fall war, durch Bedrückung der Untergebenen zu bereichern. Er steuerte redlich allen Versuchen der Türken, die Rajas, wie es bisher Sitte gewesen, zu mißhandeln; er suchte im Gegentheil sich bei der christlichen, griechischen Bevölkerung beliebt zu machen, was ihm auch vollkommen gelang. Die alten Türken waren natürlich mit solch einer aufgeklärten Verwaltung höchst unzufrieden, und konnten cs nicht vergessen, daß in den guten alten Zeiten man die Griechen zu allem zwingen und zu allem mißbrauchen konnte. Der bekannte Reisende, Fürst Pückler, versichert, unter Mustapha's Verwaltung