Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
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150 vir Znsel Kreta. den Eroberers wird. Zuerst ist Kreta den Laeedämoniern, " später, 62 Jahre vor unserer Zeitrechnung, dm Römern unter MetelluS, zinsbar. Die Insel hatte damals, wie berichtet wird, mehr als eine Million Einwohner. Unter dem Drucke der römischen Kaiserzeit und der Der- Wirrungen der ersten christlichen Jahrhunderte verringerte sich diese Einwohnerzahl um ein Bedeutendes. Mit dem politischen Verfall der Insel war auch der sittliche seiner Einwohner Hand in Hand gegangen. Die Griechen hatten ein eigenes Wort gebildet: xQtpl&tv (kretisiren), welches so viel bedeutet, als lügen und betrügen, und in welchem Rufe die Kretenser standen als der Apostel Paulus an die Spitze der dortigen Christengemeinen seinen Jünger, Titus, stellte, ersieht man ans dem Verse des, aus Kreta gebürtigen Dichters und Philosophen EpimmideS, welchen Paulus in seinem Briefe an Titus als ein nur allzuwahres Zeugniß anführt: *) (Tit. 1,12.) "Die Kreter sind immer Lügner, böse Thiere und faule Bäuche-,. Unter den Arabern, welche seit 823 hier herrschten, erholte sich das Land von neuem, und die Einwohnerzahl stieg bald auf 600,000. Die Hauptstadt der Insel wurde von den Arabern erbaut und heißt Candia, weil in ihrer Sprache Chandak einen mit Wällen umgebenen Ort bedeutet. Von der Hauptstadt erhielt in der Folgezeit die ganze Insel, zuerst von den fremden Kaufleuten und dann auch von ganz Europa den, bei uns jetzt noch gewöhnlichen Namen Candia, welcher Name aber im Morgenlande selbst ungebräuchlich ist. Die Griechen und die griechischen Kretenser nennen die Insel noch mit ihrem alten Namen Kreta, oder nach ihrer Aussprache *) Kqijrtt at\ ift Sarai, xaxa Ihjaia, ynariQr,- lifyai.