Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 4 (4.1841)
- Date
- 1841-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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110 ümir Beschir. bürgerlichen Berwaltungsangelegenheiten zu mischen. Um die verschiedenen Stämme in dieser Art von Gehorsam zu halten und ihre häufigen Aufstände zu unterdrücken, war Emir Beschir als Fürst des Libanon anerkannt, und die Pforte konnte sich nicht beklagen über ihn, bis daß Mehemed Ali aufkam. Emir Beschir, aus begreif, lichen Gründen, hielt cS für klug mit diesem neuen Ge, walthaber auf gutem Fuße zu stehen, und für alle Fälle die Zukunft sich zu sichern. Als aber letzten Herbst ge, schah was Niemand hätte erwarten können, als vor einer kleinen Landmacht und einer europäischen Flotte die Herrschaft Ibrahims in Syrien zusammenbrach, da wurde Emir Beschir mit in den Fall verwickelt und von den Engländern nach Malta abgeführt. Noch ist aber über ihn selbst so wenig etwas entschieden, als über die Ge, genden, die früher ihm unterworfen waren, und sein Name ist nicht nur der Vergangenheit wegen merkwürdig, sondern er muß auch in den künftigen Verhandlungen noch öfter genannt werden. Wir glauben daher nicht zu spät zu kommen, wenn wir ein Versprechen vom vorigen Jahre (1840, Seite 379) erfüllen, und über Emir Beschir und sein Leben einige Mittheilungen zusammenstellrn, die zum Theil den Nachrichten entnommen sind, die ein Reisender neuerer Zeit im Libanon gesammelt und in öffentlichen Blättern niedergelegt hat. Emir Beschir steht in hohem Greisenaltcr und soll schon ziemlich in den achtzig vorgerückt sein. Er stammt von der Familie Schaas, die zu den ältesten Geschlech« tern deö Libanon gehört und ihren Ursprung von Fat« meh, der Tochter Muhammed's, ableitet. Cossem SchaaS, Beschir'ö Vater, war ein vornehmer Häuptling des Gebirgs und unermeßlich reich. Er gab seinem Sohn eine sorgfältige Erziehung, und schickte ihn, als er zwanzig