Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 12 (12.1840)
- Date
- 1840-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
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I 378 Stand der Dinge im Morgenland«. breitete. Jetzt hingegen ist mit dem Schwerte Ibrahims zugleich auch der Herrscherstab des Islams (Muhammedanismus) gebrochen, und fallen auch diese Gegenden dem Namen nach an die Türkei zurück, so wird doch aller Wahrscheinlichkeit nach ein christlicher Nerv in der künftigen Leitung der Landesangelegenheiteu nicht fehlen. Das ist aber ein Großes, daß, nach etwas mehr als zwölfhundertjährigcr Herrschaft, der bleiche Halbmond über dem Libanon niedergeht und in den Fluthen des westlichen Meeres versinkt, wächrend dieser altheilige Boden unter den Morgenstrahl eines christlichen Tages gerückt wird. Wir sind überzeugt, daß künftig in der Geschichte der asiatischen und europäischen Staaten, des größer» Weltverkehrs, der menschheitlichen Entwicklung, so wie in der Geschichte der Kirche und des Reiches GotteS, das Jahr 1840 einen merkwürdigen Abschnitt bilden wird, und mit gespannter Aufmerksamkeit sehen wir dem entgegen, waS in dem kommenden und den nächstfolgenden Jahren sich in dem Morgenlande entfalten und gestalten wird. Für jetzt kehren wir aber zu der Geschichte des TageS zurück. In unserer letzten Darstellung (S. 344 ff.) haben wir erzählt, wie die verbündeten Streitkräfte Beyrut beschossen, bei Dschuni an der. Küste ein Lager bezogen, sodann die Seestädte, Dschebel, Battun, Tyrus und Sidon eingenommen haben. Auch ist bereits gemeldet, daß die Maroniten des Gebirgs, mit englischen Flinten u. s. w. versehen, etwa 20,000 Mann stark sich organisirten. Es war dieses zu Ende des September. Ibrahim, unvermögend die Verbündeten von der Küste zu vertreiben, stand im Libanon, und hatte sein Heer in mehrcrn Abthcilungcn so postirt, daß er in ziemlicher Ausdehnung den Aufstand des Gebirges zu lähmen hoffte.