Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 12 (12.1840)
- Date
- 1840-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zeit der Makkabäer. 371 der alles verschlingenden politischen Gewalt wurde, mußte sich der Eifer um die Sache Gottes auS dem Priester, thum hinaus in eine andere Classe flüchten. Propheten waren nicht da, welche mit göttlichem Sinne gegen die Verirrungen des makkabäischen Hauses Einsprache gethan hätten. Es erhoben sich also die Pharisäer, welche unter den wohlgemeinten Eifer menschliche Schwäche und Leidenschaft mischten, und in allewege der unmittelbar göttlichen Erleuchtung beraubt waren. Jetzt, wie in den nächstfolgenden Jahrzehnten immer, finden wir das Volk auf der Seite der Pharisäer, und die Pharisäer als den Ausdruck der Volksstimmung. Indem daher Hyrcan und seine Söhne Aristobul und Alexander die Pharisäer wider sich hatten, hatten sie auch das Volk wider sich, und unter den unaufhörlichen, erschöpfenden, oft zwecklosen Kriegen des Alexander, der es rathsam fand, sich eine starke Leibwache von geworbenen, heidnischen Fremdlingen zu halten, steigerte sich dieses Mißverhältniß bis zum Ausbruche bürgerlicher Unruhen. Alexander verband mit den sadducäischen Grundsätzen auch die unduldsame Härte der Sadducäer. Die fanatische Tyrannei des Unglaubens ist noch ärger als der Fanatismus des Glaubens. Der bigotte Fanatismus eifert doch noch für ein Positives; die ungläubige Toleranz will ein Nichts. Die sechsjährigen Bürgerkriege unter Alexander kosteten SO,OVO Juden das Leben; er herrschte am Ende ruhig durch den Schrecken seiner Grausamkeit. Die Juden gaben ihm den Beinamen "der Mörder». Sterbend hinterlicß er seiner Wittwe Alexandra den Rath, mit den Pharisäern sich auöznsöhnen. Sie befolgte ihn; die Pharisäer und ihre Partei erhielten die Oberhand; die sadducäische Partei zog sich zurück; die Königin Alerandra gab ihren Führern militärische Ehrenstelle»