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Das Morgenland · 1840-12-01 · 12 (12.1840) · p. [Seite]

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Journal
Das Morgenland
Volume
3 (1840)
Issue
12 (12.1840)
Date
1840-12-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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354 Die Zeit der Makkabäer. seiner Thronbesteigung mehrere Jahre in Rom als Geisel für die Bezahlung der KriegSstener zugebracht. Dort führte er ein ungebundenes und wenig geordnetes Leben. Nach seiner Rückkehr benahm er sich den bisherigen Angewöhnungen gemäß, und dieses, in Verbindung mit einem Zuge von närrischem Muthwillcn, der in seinem Charakter lag, machte, daß er den Syrern als ein tyrannischer Narr erschien, und gehaßt und verachtet wurde. In der Verwaltung seines Reiches strebte er darnach, die, seit seines Vaters unglücklichem Römerkriege wankende Macht neu zu befestigen, und glaubte die Mittel hiezu, theils in der Besitznahme von Aegypten, theilS darin zu finden, daß er alle seine Untcrthanen, namentlich aber die Juden, zu der Annahme gleicher Sitte und Religion bringe. Zu letzterm hatte er in Palästina die besten Aussichten. Wie in den ältern Zeiten, so zeigte sich auch jetzt wieder bei den Juden, nachdem sie eine Zeitlang Ruhe und Fn'eden genossen, die Neigung, den gebildeten, mächtigen und reichen, heidnischen Nachbar, Völkern sich gleich zn stellen. Der Glaube der Väter erschien als etwas Einfältiges und Veraltetes, hingegen die Sprache, Art und Religion der großen Völker als das Zeitgemäße und Vernünftigere; überhaupt schien es vortheilhafter mit den Völkern Hand in Hand zu gehen, als sich abzuschlicßen und sich außer den Verkehr zu stellen; der äußere Vortheil abk bekommt in Zeiten, wo das Leben aus der Religion gewichen ist, nothwendig daö Uebergewicht. Das Verderben der Zeit hatte selbst die Hohepriesterliche Familie ergriffen. Der jüngere Bruder des Hohenpriesters Onia III., mit Namen Josua (welchen er aber in den griechischen Namen Jason verwandelte), stürzte seinen ältern Bruder und nahm seine Würde ein (im J. 175).

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