Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 10 (10.1840)
- Date
- 1840-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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310 Mrhemed üli. Officiere, welchdie Regimenter gebildet, in die Depots zurück, und läßt die armen Truppen seit sechszehn Monaten ohne Sold schmachten. Ermordungen sind bei ihm eine ganz gewöhnliche Sache, und wie er früher viele seiner Weiber hinrichten oder in den Ril versenken ließ, so sind Erdroßelungcn in seinem Haushalte noch jetzt et« was ganz Uebliches, nur sucht man sie mehr geheim zu halten, damit die europäischen Zeitungen nicht davon reden. Ibrahim hat höchst gemeine Gesichtszüge, auf denen die Rohheit seiner Gesinnung zu lesen ist. Sein Körper wird unförmlich dick, und seine wüste debensart, verbunden mit dem unmäßigen Genüsse starker Getränke, lassen erwarten, daß diese Geißel der Menschheit ein frühes Ende erreichen wird. Mehemed Ali. Der Verfasser der obigen Mittheilungen über Ibrahim Pascha äußert sich folgendermaßen in Beziehung auf Mehemed m selbst. Dieser Mann, den Manche alö einen großen Mann herauszustreichen suchen, ist wenigstens einer der glück, lichsten Abenthenrer und Empörer, die je gelebt haben. Er hat der Anarchie ein Ende gemacht, welche Aegypten verwüstete; er hat die Mameluken geschlachtet, damit sie ihm die Krone nicht streitig machten; er hat die Obergewalt rineS hinfälligen Herrschers abgeschüttelt, und eine große Flotte, eine eingeübte Armee geschaffen, beide allerdings siegreich, so lange sie keine andern Feinde vor sich haben alS ungeordnete Horden. Allein er hat sich den Fluch seines unglücklichen Volks aufgeladen, denn daS Bedürfniß zu leben, geht allem andern vor, und dazu hqt er seinen Unterthanen die Möglichkeit geraubt.