Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 7 (7.1840)
- Date
- 1840-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Sin Pilgerbad im Jordan. Strom. Von den Frauen schritten einige unerschrocken hinein, und wurden von zwei Männern, die sie führten, wohl untergetaucht; andere blieben bis an die Knöchel im Uferschlamm stehen, und begnügten sich damit, daß ihnen das heilige Wasser reichlich über den Kopf gegossen wurde. ^Nahe bei der Stelle, wo die Pilger in die heiligen Fluchen sich einsauchten, war ein Tamariskenbaum, der sich über das Wasser hereinbeugte, und mit dem Stam« me die Oberfläche da bestrich, wo gerade die Strömung am stärksten war. Mancher Badende, vom Wasser dagegen getrieben, kam glücklich unter dem Baume weg und entging, wenn er geschickt genug war einen Zweig zu erhaschen, dem Schicksale, wenige Schritte weiter unten in den gleichen Zusammenstoß zu gerathen. Wir bemerkten einen Mann, welchen die Strömnng Hegen diesen Baum führte, der aber die Geistesgegenwart hatte, in den Strom hinaus zu-schwimmen, wo er, pfeilschnell fortgeriffen, erst eine gute Strecke weiter nnten auf einer Sandbank wieder. Boden gewann. Bald darauf trieb das Wasser einen Russen gegen diesen Baum; als er unter demselben durchgekommen, suchte er vergeblich einen Zweig zu ergreifen, und wurde an den weiter unten stehenden hingettieben, unter dem er nicht wieder hervor kam, so daß ihn Jedermann für verloren hielt. Er gelangte jedoch endlich weiter unten wieder ans Ufer, zwar nicht todt, aber äußerst erschöpft. Unmittelbar nach ihm hatte ein Anderer dasselbe Schicksal, ertrank aber wirklich. Nachher fanden die Pilger, als sie ihre Leute überzählten, daß ihnen keiner fehle; sie schloßen also der Ertrunkene sei ein Muhammedaner gewesen, der sich mit eingeschlichen, und «tdch ihrer Meinung war nun das Unglück, das ihn betroffen, eine gerechte Sttafe für die Entweihung der heiligen Ceremonie, die er sich erlaubt.