Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Beiuch jim tobten See unb am Zorban. »Von der Ostseite tritt das Gebirge Abanm unmittelbar an den See; westlich aber ttennt ihn eine schmale Ebene von den Gebirgen Judäas. Am nördlichen Ende, ‘ unmittelbar an dem Wasser erhebt sich ein Hügel von gewattigen Steinen; zu welchem Zwecke er aufgehäuft worden , ist unbekannt. Der See selbst war glatt, wie ein Spiegel, und keine Ausdünstung konnte bemerkt werden. Die Steine im See und am Ufer sind mit einer gelblich weißen Kruste übexzogen, die sich vom Wasser angesetzt hat und;um größern Theile kohlensauern Kalk mit einer Beimischung von Salz enthält. Das Wasser des Sees ist klar und seicht. Unsere ganze Reisegesellschaft schickte sich an, ein Bad zu nehmen, um sich zu versichern, ob einen wirklich, wie behauptet wird, das Wasser trage. . Wohl zum erstenmale, seit Sodoms Untergang, schwamm ein Zug von sieben Engländern in den salzigen Gewässern des Sees, und wir waren in der That höchst überrascht durch das, was uns widerfuhr. Schwammen wir, so war es kaum möglich, die Füße unter das Wasser zu bringen; standen wir aufrecht —was man nennt, Wasser treten, — so ragten die Schultern über das Wasser heraus und es war schwierig sich in dieser Stellung zu halten, da der Kopf ein Uebergewicht zu geben schien. Einer von unserer Reisegesellschaft, der nicht zu schwimmen verstand, blieb wie ein Korkholz auf dem Wasser liegen, und überhaupt konnte man nur mit der größten Mühe untertauchen. Der Geschmack des Wassers im Munde war äußerst widerlich: salzig, bitter und schwefelig, und so scharf, daß man in den Augen, die damit genetzt worden, geraume Zeit einen stechenden Schmerz empfand. Ans der Haut läßt es einen merklichen Niederschlag zurück, und wären hier Bäder errichtet, so zweifle ich nicht, dieselben würden gegen Hantkrankheiten