Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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186 lieber die Offenbarung de» Johanne«. ein Gräuel der Verwüstung, der auf der heiligen Stätte lasten muffe bis auch der Verstörer verstört werde. Noch näher aber bestimmte Daniel die feindlichen Kräfte, durck, welche der zweite Tempel sollte zerstört und das Reich des Messias hinausgeschoben werden bis auf eine unbestimmte Zeit des Gerichtes. Er lehrt uns (Dan. 2 u. 7.), daß diese dem Reiche Gottes entgcgenkäckpfende Macht Rom sei, sowohl das politische alte Rom, als das spätere päpstliche. Gehen wir daher auf den Standpunkt zunick, auf welchem sich die Weissagung befand im ersten Jahrhun, dert unserer Kirche zu der Zeit als eben Johannezu neuen und weitern Erfüllungen berufen wurde, versetzen wir uns an die Stelle eines Gläubigen in jener Zeit, und sehen wir uns um in dem Gesichtskreise, der'durch das bisherige prophetische Wort vor ihm aufgeschlossen lag, so fand der Forscher in jenen Tagen als letzte Mit« thcilungen über die Schicksale des Reiches Gottes nur die allgemeinen Umrisse vor sich, welche durch Daniel gegeben waren, und welche ihm im Ganzen sagten: der Messias, wenn er kommt, wird ansgerottet; Jerusalem und das Heiligthum wird zerstört; Rom, selbst nach seinem politischen Untergänge, bekämpft das Reich Gottes bis zum unbestimmten Ziele. Dieses ist der Faden, welchen Johannes aufzunehmen hatte, jetzt da die Sonne unterging, da die Gewitterwolken des Gerichts über Jerusalem lagen, und daS Schwert Roms die junge Gemeine hinwürgte, wie He« rodeS die Unschuld von Bethlehem. Jetzt bedurfte diese Gemeine drö HErr» den Commentar zu den Andeutungen Daniels; jetzt war eS Bedürfniß, auS dem Munde des Geistes die Fortsetzung zu vernehmen von der, seit Jahrhunderten verstummten Weissagung. — Eine Fort«